ein bisschen viel?

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natürlich ist mir nicht alles egal, im gegenteil, es geht mir viel zu nah und ich befinde mich in die abwehr der heftigsten schläge verwickelt und laufe gefahr gelegentlich den überblick zu verlieren. keineswegs empfehlenswert sone dünne haut und in welcher scheisswelt lebt man denn. ich meine es ist nicht einfach die schönheit im blick zu behalten, keine gefällige, auch der untergang hat seine ästhetischen qualitäten und ich liebe es, wenn ein schönes mich in meiner spiessigkeit erwischt, meiner kleinlichen nörgelei, meiner kleinbürgerlichen dumpfheit, nichts schätze ich mehr als ein kunstvolles knockout durch die schönheit.

was ist das, wenn ich sage schön? jüngst kam ich an einem dieser seltsamen neubauten vorbei, errichtet, was sage ich, aus dem boden gestampft der beton, dünne wände und viel styrodur, und nun blüht es grün an der fassade, in wolken, in flüssen und kaskaden. natürlich eine durch und durch problematische schönheit, eine hinterlistige, aber mein erster eindruck (nachher kamen  die kritischen anmerkungen zuhauf, das billige bauen und die satten gewinne, gebunkert hinter den steuerfreien mauern eines sogenannten immobilienfonds) war: schön, das grün, dieses algengrün einer blühenden fassade und danach? abreissen, neubauen und noch mehr gewinn, ein verlust in wirklichkeit, eine kleine katastrophe. immerhin. ich fühle mich gezwungen, an dem toten hund der legende das makellose weisse gebiss zu bewundern, sonst käme ich in dem mist nicht mehr auf meine kosten.

dann bin ich wieder grossvater geworden, eher zum vierten male dazu gemacht, und dieses mal wieder die umwerfende wahrnehmung, beim anblick der neuen dreiheit (innewohnend der mathematik des lebendigen: eins plus eins macht drei), von etwas vollständigem, ganzem, äusserst befriedigendem.

nur fehlen eben die anderen augen. die abwesenheit neben mir spür ich im leib, eine schönheit für sich, eine schmerzliche, und was sie erst sagen würde, fühlen würde und was würde ich lesen in ihrem gesicht und ihren augen.

aber dadurch erst, durch  diese andere wahrnehmung, ist der eindruck  komplett,  das winzige neue wesen ein wunderbares rätsel und das lächeln der mutter und das leicht linkische des vaters, das beruhigt mich.

es geht weiter, denke ich, das freut mich sehr, aber es ist ein bisschen viel für einen allein.

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