um weiter zu kommen, zurück rudern

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Keine Nachrichten, stattdessen Regen heute früh, während ich da sitze und an nichts besonderes denke. ich denke gar nichts, bin ganz für mich und der Regen hüllt mich ein, sofort das Gefühl, ich bin zuhause, das setzt im Regen sofort ein, dieses heimische Gefühl.

Während noch niemand unterwegs ist.

Und während ich dort sitze, es regnet und der Wind fegt ums Dach, in Wellen, in Anläufen, die verebben, und der Dachstuhl ächzt manchmal leicht, ein Sausen, das ist wie eine sanfte Berührung, taucht von irgendwoher die Frage auf, was ist Ihre Gestalt nun für mich, und damit ist keine Erinnerung gemeint, kein Körper, der sich, wie auch immer, aber elegant drapiert, durch die Welt bewegt und so ihr Denken, ihre Worte, eigenartig fest und rund, nein, ich meine Ihre geistige Form (das müsste präzisiert werden, was das ist), in mir, wo sonst (darüber werde ich keine Auskunft geben, das tue ich allerhöchstens im Gespräch, wenn es sich verlohnt, wenn da ein Gehör ist), jetzt, ihre geistige Form aktuell in mir.

meine Traumbilder deuten auf etwas hin, mehr nicht, sie sprechen es nicht aus, sie geben eine Richtung an. Unter geistiger Form verstehe ich in diesem konkreten Fall auch eine gefühlte Form, nicht etwa ein irgendwo schwebender, abgehobener Gedanke an sie.

Und zwar erscheint diese Form, wenn ich absehe von meiner Sehnsucht nach ihrer körperlichen, sinnlich wahrnehmbaren Erscheinung. Dies Schmerzliche kann ich nicht beiseite schieben, aber ich kann es an seinem Ort lassen, es muss nicht den ganzen Raum einnehmen. Wie ich auch dieses Andere an seinem Ort lassen muss, das ich nenne: ich bin nicht drüber weg (muss es nicht, will es auch nicht, über den vergeblichen versuch bin ich hinweg, es geht einfach nicht, für mich geht es nicht).

Immerhin überwältigt mich beides nicht mehr, im Sinne von, es streckt mich nicht mehr ganz nieder, immerhin hebe ich nun gelegentlich den Kopf, richte mich auf und gehe. Ich mache die Erfahrung, ich kann mit dem Schmerz leben, ich muss mir das nicht mehr jede Stunde sagen.

Die Konturen Ihrer geistigen Form sind Schmerz, das kriege ich nicht weg, ich kann es bloss ertragen (und mir scheint das eine Aufgabe wie eine andere, ich liebe Futilitäten, aber alles zu seiner Zeit und ich habe, wenn ich mein Alter betrachte, nicht mehr unendlich viel Zeit, wie das ehemals gelegentlich schien).

Und nun das Erleben, Sie ist viel weiter und tiefer, viel mehr in sich ruhend, als ich das je gedacht. es ist, so seltsam mir das auch vorkommt, ein glückliches Lachen dabei, Sie ist beschwingt, ja, ich könnte sagen, Sie tanzt, Sie ist zugewandt in einer Art, die ich erst ausmachen muss, und deshalb scheint sie oft abgewandt, ganz beschäftigt mit etwas anderem und anderen. Während alles herum abgeschattet ist, dominiert in der Form ein strahlendes Weiss oder sagen wir genauer, ein Leuchten, ein reines fühle ich mich genötigt hinzu zu setzen.

Sie ist beredt, sie spricht, sie teilt mit, aber dazu bedarf es auf meiner Seite einer Vertiefung, zu der ich erst fähig werde, in diesem Prozess blitzt Deutliches auf.

Eine Ermahnung, selber deutlicher zu werden, eine Stärke auszubilden sozusagen als Wahrnehmungsorgan. Also keine gedankliche Sache, sondern eine gelebte, eine existentielle.

Deshalb nehme ich Synchronizitäten nicht leichtfertig hin, was voraussetzt, dass ich sie wahrnehme, Korrespondenzen, Aufforderungen, Anrufe und jedesmal eine Prüfung.

Ich besinne mich auf Essentielles. Ihre geistige Form meint demnach eine andere Form des Erlebens.

Es ist eine Frage der Produktivität, Liebe ist in meinen Augen eine Produktivkraft, ich kann mich dazu auf Brecht beziehen, muss es aber nicht, ich habe keine Vorbilder, wie ich mit dem Tod von Marie und nun mit einer Toten umgehen soll, es gibt keine allgemeinen Rezepte, es gibt nur den Einzelfall, gelegentlich treffe ich auf Ähnlichkeiten.

Wie kann etwas, das ein Verlust ist, eine Kraftquelle sein, Stärke produzieren und nicht hilfloses Verfliessen. Ganz gewiss nicht im sogenannten Drüber-weg-kommen und Sich-dem-Leben zuwenden, denn es geht nicht um Verdrängung..

Aber um aushalten lernen, was da ist, Schmerz also, Verlust, Entzug.

Um es bündig zu sagen, ich erlebe die geistige Gestalt als ein (gehalten werden), auch manchmal //angehalten//, also geradewegs //gestoppt werden//, und zwar im dialogischen Umgang mit dem Aussen, und hier insbesondere mit anderen Menschen, hier zeigt sich immer mehr als dann vordergründig gesagt wird oder es wird gar nichts gesagt und es zeigt sich auf einmal, schlagartig unumwunden eine Aufforderung, einen Schlenker zu machen, eine Kurve zu kratzen, die Kraft, die sich im Schmerz zeigt, zu bündeln, zu konzentrieren.

Was sich darin tut ist die schärfere Konturierung des Eigenen, also nicht immer wieder die Frage, wer bin ich,  sondern ich beantworte die Frage mit meinem Leben.

Das nenne ich das Wirken Ihrer geistigen Gestalt im Jetzt.

Dazu erscheint mir nun, in direkter Konsequenz, Facebook nicht mehr der geeignete Ort, um Beiträge anzukündigen.

Woran ich das merke? Ich hatte begonnen, genau das zu tun, auch und vor allem in nicht veröffentlichten Beiträgen, was ich sonst gerne anprangere, nämlich Aufgeschnapptes weiter zu tratschen, und mich bei meiner Unkenntnis ertappt. Selber, im Erleben einer Synchronizität.

Um weiter zu kommen: kräftig zurück rudern, so nennt man das wohl. (Link zu meinem letzten Beitrag)

Wer weiter lesen möchte, was ich schreibe, kann das auf meinem Blog tun, die Web Adresse steht auf meiner Facebook Seite.

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Ein Gedanke zu “um weiter zu kommen, zurück rudern

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