sommermittagstraum

n938eCBvQ2qCU1t3slwvEA

zu sagen, das ist mein leben, und die zäune darum zu sehn oder sagen wir die begrenzungen und dann die leben der andern, die weite darin, mehrmals um den planeten und doch weiss ich diese weite ist unerreichbar, all diese leiden und freuden, diese aussichten auf berge und meer und in endlose ebenen hinein unter einer unfreundlichen sommersonne, schon die blosse vorstellung ist überwältigend und andererseits bin ich keineswegs scharf darauf, das alles zu prüfen und zu erfahren.

ich sage das auch bloss, weil es gerade hier so still ist, kaum ein laut, wie gesagt, manchmal ein sommerauto, etwas erschlafft, und eine stille, die vor stille schon wieder klingt, und ich darin, ganz allein, ganz für mich. ich steh dann manchmal auf und ordne die bücher im regal oder ich höre den geräuschen und den  nicht-geräuschen zu für eine weile, ich bin nicht beschäftigt, so als beurlaube der sommer mich fast vom leben.

und wenn es mir zu eng wird in mir – es hat nichts mit der weite draussen zu tun, die ist da, ich weiss es, aber ich gehe weder in den wald noch in die stadt, ich fahre auch nicht weg, was ich jederzeit könnte, ich schaue nicht einmal in den garten, ich bin einzig und allein damit beschäftigt, dass ich manchmal eine enge verspüre, sie hat mit all den dingen rings zu tun, den farbigen und den grauen und dem fahlen himmel darüber, so dass ich mich in der falle spüre, so dass es keine tür hinaus gibt, so dass es nur dies hier gibt,  – dann stelle ich mir vor, ich habe einen geheimen ausgang gefunden, dort treffe ich mich mit ihr, dort ist es frei und weit und  mitten in all diesen oberflächen gibt es einen spalt, eine ritze, dort zwänge ich mich durch und bin schon woanders und wir gehen einfach weg.

so erfinde ich mir einen trost, der kein trost ist.

haben Sie auch solche träume, wollte ich schon fragen.

aber dann lasse ich das fragen doch sein.

wenn man allein ist, kann die stille ohrenbetäubend sein und trotz der ganzen sachen ringsum wirkt alles ganz leer.

dann muss ich schon länger hinaus sehn, bis die oberfläche der hecke gegenüber im sonnenlicht zu leuchten anfängt, ein strahlen von innen heraus fast, so dass ich wieder daran glauben kann, dass es hier nicht nur oberflächen gibt, an denen der blick abgleitet, an denen gar nichts dich hält.

so dass ich dann aufeinmal nicht völlig fremd bin.

ULdk5pEOTFeMqyrdnO%rwg

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.