selbstgespräch zu musik, sprunghaft, unmassgeblich

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Morgens die rekonstruktion geht sehr schnell, keine zweifel daran, wer ich bin, sofort das anknippsen dieser kleinen welt und sofort die ersten verrichtungen, der erste blick aus dem fenster, die meisen am futterplatz, eine reine freude.

keine news (ich lese keine), ausser der ankündigung des neuen buchs von Christian Ferber, this is not economy, und wir hier mitten drin, schon der titel spricht einem aus dem herzen.

der auftakt meines tages. so. als paukenschlag.

flüchtig kriege ich noch den titel eines essays auf Medium mit, 255 massshootings in 251 days, wo schon… genau! ich lese den text nicht.

no doubt, spiderwebs.

eigentlich kann ich keine zeile schreiben, wenn ich musik höre, nur herum hüpfen, heute morgen habe ich währendessen festgestellt, dass es an den muskelbändern im unterschenkel zieht, also ein paar dehnübungen mehr. dabei als thema meine beziehung zu schmerz. ich stelle fest, ich nehme schmerz bildlich wahr, dieser präzise ziehschmerz im unterschenkel hat eine form,eine farbe, wolkig grau zuerst, dann grellrot, spitz. überhaupt in der ersten wachzeit noch nicht die schön säuberliche trennung in der wahrnehmung (die scheinbare), sondern synästhesie, gesamtbilder, farbig, geformt.

Chuck Berry, Johnny B. Goode

dann der erste café. eine symphonie, peruanisch, bio, knopes röstung, sofort taucht der berg auf, der steile hügel, die rötlichen früchte, der ort, die steine am weg, das scharren der maultierhufe, beim ersten schluck verreise ich. wir teilen das, noch jetzt. Marie sitzt irgendwo am pad, visitiert mails und nachrichten, konzentriert, schaut kaum auf, wenn ich was sage, der café, den ich bringe, dampft. vorbei. aber als bild da, unvergänglich.

ich betrachte es als anreicherung, es ist eine nuance in der erfahrung, eine färbung, ein geschmack, der ist gleichzeitig präsent, ich muss dazu keine erinnerung heraufrufen oder forcieren, es ist eine anwesenheit, diskret.DSC00678

Chet Atkins, Jam Man

was liegt unter der traurigkeit? überhaupt irgendwas?

das frage ich heute morgen, die traurigkeit war nie nur persönlich, privat, sie schloss immer alles ein, es ist auch der schmerz in genau dieser welt zu leben, ich muss nicht in die einzelheiten gehn.

gelegentlich frage ich mich, ob die gefühlswelt nicht etwas allgemein atmosphärisches ist, in das wir eingetaucht sind, wie auch in die gedankliche atmosphäre, man sagt nicht umsonst, der gedanke lag in der luft (und einer hat ihn aufgeschnappt und was draus geacht). das ist auch, wenn ich ihn richtig verstehe, die weltseelen theorie von Giordano Bruno. man kann natürlich alles verdrängen, wegschieben, was ja auch geschieht, jemand meinte, die zeit komme noch, wo die rede von seele und geist als völlig abwegig und krank angesehen wird, medikamentös zu behandeln, wir scheinen darauf zu zu steuern. das ist nur …

also: ist auch die traurigkeit nur ein layer und darunter, was?

Thenewno2, sacrifice

wandlung: auch wenn es weh tut, es scheint so etwas wie einverständnis zu sein, damit kein missverständnis auftaucht, ich gerate dort in eine zone, in der es keine entzweiung gibt, keinen hader mit einem schicksal, keine reklamation, eine art ja, die das übliche ja-nein, ja, nein in sich einschliesst und kein nein kennt.  dann, erst dann zeigt sich das panorama eines lebens. ich verbreite keine lehre, ich beschreibe lediglich eine erfahrung. ich möchte nicht prätentiös sein, ich verschaffe mir klarheit. wenigstens dafür bin ich allein zuständig.

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und der rest, ich meine, alles andere, auch damit bist du also einverstanden, das wäre dann eine menge übles zeug, neben dem akzeptabeln, guten, schönen. (ich rede gerade mit mir selber, sowieso, die ganze zeit schon)

Remy Zero, Gramarye.

Thenewno2, Hanging on.

nein.

ich bin nicht damit einverstanden.

aber es ist so. ich sehe es.

soll ich die fakten aufzählen: klima, soziales elend, seelische misere, geistige leere, fade ideologie, verschwendung und zerstörung statt wirtschaft, ausbeutung, dummheit, gewollte, intellektuelle verheerung, lüge, kriege, gewalt überhaupt…, ich lasse die weltgeschichte als film vor mir aufscheinen, bis heute, inklusive alles, vieles völlig unerträglich, aber da,

so ist es.

heute wird oft festgestellt, eine solche radikale zurkenntnisnahme lähme jede initiative und rufe ohnmacht hervor. das kann sein und doch, wie soll man vernünftig beginnen, wenn man nicht weiss, nicht wissen will, nicht sehen will noch kann, was ist?

was wäre das für eine handlungs plattform?

den schleier weg ziehn ist immer schmerzhaft.

manche haben uns schon aufgegeben. sie halten uns mehrheitlich für nicht in der lage, ja, völlig unfähig, etwas grundlegendes grundlegend zu verändern.

das sollte man ins auge fassen, den geistigen zustand der überwiegenden mehrheit. der gibt in der tat wenig anlass zu optimismus.

Death cab for cutie, you are a tourist

ich sehe das, was macht es mit mir.

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jemand sagt, der verkauf von SUV’s sei wo um 20% gestiegen. das ist der viel beschworene klimawandel, sagt ein anderer, die menschen wollen optimismus, der SUV verkörpert das. ein dritter, sie fahren herum, als hausten sie in wegloser wildnis. vielleicht sind sie ganz verwildert und haben keine ahnung, keine wilden gedanken, gar keine, ein vierter. wie äussert sich der sogenannte todestrieb, ein fünfter.

was ist das für ein lachen, das ich von mir höre, eine körperlich sich manifestierende überwältigung durch ein schockartiges ereignis?

Deadmau5, cat thruster

was ist ein ereignis?

wenn ich anfange zu sehen? keine vorspiegelung, fakten, erfahrungen. wenn ich höre, nicht das, was ich hören will.

wir leben in dem ideologischsten aller zeitalter, weil unsere fähigkeit der selbstbeschwindelung und selbstbeschwichtigung aufgrund der vorliegenden erfahrungen um ein vielfaches gewachsen ist. wir sind ideologiefrei. lacht da jemand?

Björk, human behavior

an diesem punkt erinnere ich mich an sowas wie frühstück, es ist ein spätstück geworden.

Vienna Teng, 1BR/1BA

also frühspätstück.

Deadmau5, mau5ville: level3

Sparta, Taking back control

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