Kater Murr

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da fand gestern einer, ich sähe aus wie ein huhn, ein altes natürlich, ich schaute in der vitrine meinem ungefähren spiegelbild zu und musste ihm recht geben, in der tat gibt es überall physiognomische seltsamkeiten, körperlich auffälliges, ich registriere das, verzichte aber meist auf beurteilungen, die leute haben genug mit sich selber zu tun, ich muss dem nichts hinzufügen.

ich altes huhn also, alter hahn auf meinem mist und das krähen veranstalte ich diskret, wie hier, und das gackern sowieso, Chicken Shack. aber mein profil hat natürlich was davon.

kitsch und kunst sehr nahe beiander gestern,und bei Miró fällt mir aufeinmal der kindliche duktus auf, in einem film bearbeitet er eine platte mit den fingern, das hat mich auf die spur gebracht, und es ist neben den kleinen monstruositäten, die aus seinen bildern schaun, dieses kindlich verspielte in seiner art, auch der garten, ein grosses kind hat ihn gemacht, oder vielmehr mehrere. weshalb kunst mich noch immer fasziniert, wogegen das geschäft einen eher verscheucht und neben schätzen gibt es auch viel mist. so dass die grenze nicht erst dort verschwimmt, wo unsägliches an touristen und ausflügler gebracht wird.

kitsch kommt meist sehr ungeniert daher.

was ist eine gute geschichte?

sie ist elegant, wie …, wie ein eleganter tanz und verspielt, nicht nur in den worten (in dem gemeinten, in der hindeutung), sie gibt dem erzählten, das es vielleicht gab, wie im falle von 4711 (von Anne Schmitt) eine dichte, die es in der realität nicht hatte, eine atmosphäre zum greifen, etwas bedeutsames, selbst im banalen, eine lustigkeit, die dem leben oft abgeht, und eine freude, die eine freude am fabulieren ist. die vergangenheit glänzt noch einmal, und nun versteht man den sockel besser, auf dem das heutige aufbaut. es ist eben nicht nur lustig, aber das schwere doch leicht erzählt, wie nebenbei und dass es eine art schlüsselroman ist, der von real existierenden leuten berichtet, ist im grunde nebensache oder sagen wir so, es ist verwunderlich, dass es leben wie romane gibt. oder schreiberinnen, welche die grenze zwischen beiden durchlâssig machen, ja, aufheben.

vielleicht schwärme ich, denn überm lesen wurde es sehr spät (und überm schauen, denn es gibt bilder, dazu von jemand wie Moritz Ney). und die figuren kamen sehr nah, ich sah hinein in eine verzauberte welt. ein kater erzählt sie, wie könnte es anders sein, eine art Kater Murr: chants et poésie ou bien ponts et chaussées, seine Lebens-Ansichten eben.

wie auch immer.

 

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