„vie? ou théâtre?“

nicht mehr als eine stimmung.

heute morgen treppen hinauf gerannt in den dritten stock und wieder hinunter gesprungen, nicht ausser atem und trällerte dann vor mich hin, an einem polizeiwagen vorbei, der versteckte zuerst die sicht auf den totenwagen, eine langgezogene schwarzgraue limousine mit dunklen scheiben und ich trällerte weiter, aber der ton fiel treppab, da ich kurz vorher Lully gehört habe,  von der Symphonie Des Plaisirs mehr als eine etage tiefer zur Pompe Funèbre, begleitet von dem entsprechenden gefühl und im gehen erweise ich still dem/der toten meine reverenz und denke, wie flüchtig alles ist, wie es – in meinem bewusstsein – defiliert als rosenkranz von eindrücken, gefühlen, gedanken, wahrnehmungen, begegnungen, lauter angenehmen übrigens, freundlichen, ja sogar lustigen.

und zutiefst empfinde ich das tragikomische des lebens, das seltsame, zum beispiel der eigenen gedanken, gerade eben, ob ich männer mag,  und hebe die frage auf für später zur gründlicheren überprüfung.

wenn ich mir bewusst werde, dass ich mir bewusst bin, beginnt alles zu leuchten.

die verwunderung darüber. die überraschung eigentlich. ich gebe zu, immer mit einem hauch von trauer.

ich frage mich dabei, wie sehr lebe ich in interpretationen, allgemein als selbstverständlich angenommenen konzepten, theorien, annahmen (über die wirklichkeit) und wie viel in der eigentlichen erfahrung. meiner erfahrung.

und nun müsste ich darüber reden, was so selbstverständlich scheint, dass es meist unbemerkt bleibt, also über das bewusstsein und dass alles, was ich erlebe, darin stattfindet, alles.

aber ich bin kein lehrer und meinungen habe ich ebenfalls keine anzubieten, nur dass mir gartenhausskandale als ziemlich degoutant aufstossen, und zwar (fast) allerseits, so dass beschäftigung mit sogenannter politik, die sich aber sehr oft besser in den begriffen grabenkampf, postenschacher, vetternwirtschaft, strukturelle korruption (die bestehende wirtschaftsordnung hat notwendig ein korrupes element, wie propaganda eines hat (ist), und werbung beruht auf der korruption des konsumenten), intrigantentum usw.  fassen lässt,  wie rühren in schmutz anmutet.

einfacher gesagt, ich lese (noch) zeitung, werfe meist mehr als einen halben blick in die jeweils angesagten „ereignisse“ und empfinde immer öfter einen (leisen) ekel und zwar nicht erst bei martialischen aufmärschen und trompetenartig vorgetragenen proklamationen, drohungen und den darauf folgenden (un-)taten, sondern schon viel früher. aber das liegt hauptsächlich daran, dass ich so altmodischen sachen wie zum beispiel gemeinwohl, freiheit und demokratie anhänge. ganz abgesehen davon, dass jede machtdemonstration auch etwas aufgeblasenes, also lächerliches hat. aber angst und bange wird einem ebenfalls dabei.

mais tournons la page.

zur  süssen melancholie des herbstes also.

charlotte salomon, vie? ou théâtre?

das wunderbare buch passt zu meiner stimmung.

 

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