doch sowas wie ich

und dann eilen die tage dahin, es regnet, es hört wieder auf, ein bus fährt vorbei, in einer wohnung steht jemand auf und braut einen café, der himmel ist, versteht sich, grau, zuverlässig grau.

am liebsten würde man sich in irgendwelchen tätigkeiten verlieren. man stellt fest, heute nacht gab es keine erinnerten träume, nur den vagen eindruck von bilderfetzen, schwarzweiss.

was passiert, wenn innere konflikte gelöst sind? oder tiefer gestapelt, wenn man sich diesen konflikten zuwendet? man findet sie gespiegelt im aussen. die erfahrung von unsicherheit und ungewissheit, existentiell, geht sehr tief. und der wunsch nach schutz und aufgehobensein auch. man entdeckt die schutzbedürftighkeit und einen, der schutzbedürftig ist, das reicht sehr weit in die vergangenheit hinein. man hat den eindruck, als habe man den im stich gelassen. und dass es einigermassen dauerte, bis man die intensität des gefühls, eines dauerhaften, nicht bloss wie früher vermutete, danach deutlicher ahnte sondern nun spürt, als eine art von offenheit und eine art von fallen und nichts hält. wie kann man so in der welt sein, fragt man sich, was ist das für eine art von anwesenheit, eine gefährdete natürlich. man tut so, als ob. man verbirgt sich vor sich selber. man schiebt weg. wie kann man mit dieser schwäche leben, mit dieser  wehrlosen offenheit, mit der überzeugung, als gefühl drapiert, man kann sich nicht wehren.

man schaut zurück und sieht genau das in einer schmerzlichen deutlichkeit. und wie man es bekämpfte.

man lehnt den begriff determination nicht ab, es ist schliesslich eine erfahrung, die man sich nicht ausgesucht hat, die man sich bewusst nicht wählen würde. der grund? braucht es gründe? dann zum beispiel den, dass es einen erschöpft, es laugt einen aus.

wenn ein grösserer ansturm erfolgt, wird die schwäche (die, unter anderen umständen, eine interessante veranlagung sein könnte, weil eine empfänglichkeit und ein sensorium für das feine, erahnte, verhüllte) nun manifest. 

ein erheblicher verlust zum beispiel. er erspart nichts. er konfrontiert. man sieht sich nackt, man weicht aus, möchte es jedenfalls und kann es nicht, nicht mehr, gerade jetzt nicht.

es ist eine der existentiellen gelegenheiten, an denen entsteht so etwas wie ich, erst jetzt.  ich wäre so betrachtet eine art erwachen. kein geschenktes. gewalt hat auch dieses gesicht. alles wird an die oberfläche gezerrt, fast alles. kein big bang, ein quälender prozess.

ich ist in dem fall nichts zum renommieren. kein ego juwel.

man sinkt schon noch auf den grund, um ein mittel zu finden. um in sich auch den zu entdecken, der diese wehrlosigkeit erträgt und hält.

„Wo aber Gefahr ist, wächst / Das Rettende auch“ (Patmos, Hölderlin)

das zitat ist für die kleinere gelegenheit natürlich sehr gross, aber dieser liegt wenigstens die erfahrung zugrunde, dass das rettende nicht, in diesem fall, von aussen geschieht, sondern innen, durch genaues hinsehen und ertragen des gesehen-gefühlten.

man beschliesst, weder sich noch andere im stich zu lassen.

vielleicht erst jetzt.

vielleicht gibt es doch so etwas wie ich.

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