geburtstag

kein wort über die umstände, keine silbe auch über prognosen, die schiessen wie pilze im herbst aus dem boden. die aussichten trüb. in frankreich wird generell maskiert, irgendwas ist mit der aerosol theorie, aber alle sind sich einig, dass.

der hochsommer bleicht den rasen, blätter fallen, leichter wind in den baumkronen, sonntag, es ist still, meistens, aus den nachbargärten kein ton. am futterplatz manchmal ein flattern, hornissen schwirren. man sitzt und redet. alles scheint weiter. warum, so fragt man sich, kann man sich nicht in der landschaft auflösen, bald baum, bald strauch oder tümpel und wind. dazu platschen von fröschen.

heute denke ich an sie, denke, du denkst doch nicht nur heute an sie, aber heute besonders, heute wäre sie sechsundsechzig geworden. ich sitze da und weiss nicht, was ich sagen soll. sie ist nicht mehr hier. dazu ist nichts zu sagen. ihre stimme? und ich gerate ins grübeln.

aufeinmal wirkt alles farblos, abstrakt, entleert, auch die erinnerung, als sei sie ein traum von einem ehemals farbigen leben. aufeinmal ist das bild schwarzweiss, aufeinmal ist alles wie 19. jahrhundert, barbarisch, technisch, fasziniert von sogenanntem fortschritt, bieder, zugeknöpft und kalt. retro, steam punk, aber nicht lustig. ein roboter piepst unbeholfen, ein paar knöpfe flackern rot-orange-grün. nichts singt, kalte strahlung irgendeiner der vielen sonnen.

ist das eine stimmung? eine haltung? oder beides?

kühlung. denn:

die stimmung ist zu aufgewühlt für einen kommentar zur weltlage, aber das eine entspricht dem andern, die entsprechung ist der kommentar. sonst ist alles ruhig.

ausgerechnet heute frage ich mich, was ist zuhause. ich probiere eingänge, ausgänge. aber wo ist das haus. die träume entsprechend, eine tür führt nirgendwohin.

man darf nicht mit antworten rechnen, man lebt mit den fragen, ist dazu verurteilt. fühlt sich so: verurteilt.

dabei ist es nicht zu heiss, die brise kühlt, es gibt blau mit wolken.

man kann einiges wegschieben, aber es kommt wieder.

heute ist der zweite august, sie wäre heute sechsundsechzig geworden.

3 Gedanken zu “geburtstag

      1. Lieber Clemens,

        danke und danke fürt deine Jazz anregungen!

        du hast mich mit deinem « die zeit anhalten » kräftig erwischt, ich benutze den ausdruck nicht nur, um meiner inneren lage auf die spur zu kommen. er kam mir gerade recht. wichtiger aber ist, ich gehe ihm nach, erprobe ihn, versuche ihm auf die spur zu kommen: ich bin allerdings schon mehrfach an einem längerentext mit erzähler gescheitert, alle sachen endeten im nirgendwo, es ging nichtweiter, aber das schreiben kann ich nicht lassen, setze mich jeden tag hin und bevor dann einmal was sichtbar wird, um das ich für eine weile gekreist bin, vergeht einige zeit.
        schreiben selber ist wie ein raum, ein abgesonderter zeit raum nebenan und die bewegung draussen, ich höre gerade ein fernes rauschen der autobahn, schrumpft zu einem nichts, du bist mittendrin und doch ganz ausserhalb und dort ist es still, einer geht über die strasse und sagt nichts, pan schläaft und stöhnt im traum.
        liebe Grüsse

        Liken

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