ein blog

ein blog ist dazu da, gelesen zu werden oder? ich habe einen leser, mich und daneben ein paar unsichtbare geister, die mitlesen, das kann man sich immer einbilden. gerade habe ich über einen „lyrik“-blog durch ein gedicht von Sarah Kirsch einen mir unbekannten kauzigen DDR Maler entdeckt, mit namen Albert Ebert.

hier eine kostprobe seines schaffens:

Albert Ebert / Gedicht von Sarah Kirsch, Der Baum der Kneipen

das setzt den ton für heute. kaum erwacht, schon einen café getrunken, die mails durchgecheckt und dann eben die entdeckung von Albert Ebert. alles ganz substantivisch ohne verb, also eine gewisse statik in den aktuell sich bewegenden tektonischen schichten. glauben sie das nicht (ich zu mir selber, die seltsame angewohnheit sich selber mit sie anzureden, ich denke, das schafft die gehörige distanz).

es fieselt, es ist kühl für anfang august. draussen fröstelt man etwas nur im t-shirt. und die erde ist nass, das gras frisch unter den nackten füssen. man erinnert sich. aber die erinnerunen sind so weit weggerückt. damals hatte man einen grossen garten für die nackten füsse.

heute morgen im radio schon die bescherungen, die verseuchung mit plastik, die pensionsfinanzierung und Gaza. in deutschland fragt man sich, ob die fotos hungernder kinder echt sind, was eventuell von einem schlechten deutschen gewissen zeugt. das öffentliche, das über die grenze schwappt, ist eine bescherung sui generis. „die werden immer verdrehter.“, denkt man. und kasuistischer? heisst, die erklärungen winden sich schlangenartig.

B. organisiert ihren tag und das mutet kompliziert an. sie will schon etwas absagen, aber ich wende ein, sie solle gut auf sich aufpassen und also doch zum kinesitherapeuten gehen, eine -in nebenbei gesagt. sie war schon sehr früh im haus unterwegs und scheint recht aufgeregt angeregt.

der himmel ist natürlich grau, wenn die farben des gartens nicht wären, darunter saftiges grün und rot und weiss und rosa, könnte man annehmen, wir bewegten uns auf den herbst zu in windeseile.

im radio gedudel, das sich musik nennt, gefilterte stimmen und einfache bässe mit ein wenig geklimper.

sagen sie jetzt nicht, die welt sei verrückt geworden oder sei dabei, es zu werden. obschon es anzeichen gibt. das, was ist, soweit es ist und das, was anscheinend ist, inklusive behauptungen und propaganda und manipulation, wobei die schon habituell geworden ist.

gestern am wasser, schwanen- und entenkacke auf dem spazierweg, eine rote boje wie gehabt, dekorativ hineingepflanzt ins wasser, ein ausflugsschiff mit kabinen, das leonardo da vinci heisst, auf einem andern zu technoklängen eine weisse party, fährt gerade ab und wendet. motorradfahrer, die in die jahre gekommen sind, eine einzelne gans oder riesenente am ufer, alte weiden und spaziergänger. die skulptur von Moritz Ney auf der promenade. Bacchusbrunnen (der auf einem fass reitende Bacchus hat zu kurze beine, stellt B. fest).

wir sitzen eine weile und schauen aufs wasser, das sich hurtig bewegt. kann man in der mosel baden? frage von B. ich: es sieht nicht so aus, wohl wegen dem wasserverkehr. auf der gegenüberliegenden seite ordentliche weingärten, in reih und glied. man denkt da natürlich an die neuerdings östlich der mosel propagierte „wehrtüchtigkeit“ (ein begriff aus der braunen vergangenheit). es gibt einige leute dort drüben, denen das nicht so gefällt, aber die werden nicht mehr medial zugelassen. das nennt man „meinungsfreiheit“. die begriffe scheinen ein wenig durcheinander geraten. Konfuzius schloss daraus auf eine unordnung im staate.

habe ich noch eine meinung? oder ist das ein luxus, den ich mir nicht leisten kann.

neuerdings zeigt sich die sonne wieder etwas und es ist eindeutig wärmer geworden. die Bauern warten auf den wetterumschwung wegen der getreideernte („karschnatz“). gerade gab es den allmonatlichen sirenentest.

es ist montag im sommerloch, alles verhalten und eher ruhig, am supermarkt gibt es mehr freie parkplätze. im buchhandlungs café sitzt ein mann mit einem border collie vor uns, der hund ist hellwach und registriert alles, anscheinend ist es die intelligenteste hundezüchtung. ich erstehe wie gehabt einige bd’s.

Ein Gedanke zu “ein blog

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..