die müden blätter des kirschbaums

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fast schon habe ich mich vergessen.

jemand sitzt im garten und träumt, er sei ein Baum, ein Strauch und das Gras, das seine füsse berühren. und das leben mit ihr, war es wahr, war es überhaupt und nicht auch ein traum von einem miteinander und wer ist sie, das nie aufhörende staunen an jedem tag.  als sie ging, war der garten leer wie das haus, wie die strasse, der ort und die welt wurde stumm, hörte auf, plötzlich war ein loch gerissen in alles und sonst gar nichts mehr. das erinnert er im schatten des gartens und rundherum der lärm der dinge, motoren und sägen und hämmer und dahinter  nichts, jedenfalls nichts von bedeutung. der garten ist still, ein versinken und darin träumt jemand, er sei ihr begegnet.

wenn die vögel nicht zwitschern würden, die tauben in den birken nicht rascheln, ganz flattrig, dann könnte er denken, er sei nicht mehr da, jedenfalls sei er am verschwinden und auch der garten nur ein ferner traum.

nichts ist sehr wichtig, er stellt sich nicht vor herum zu gehn, bedeutende dinge zu tun, lieber verschwindet er zwischen bäumen und büschen im sommertraum einer versunkenen welt und darin sie, mit grossen augen schaut sie ihn an. das ist, so weiss er noch, das allerwichtigste, sie sieht ihn  an und sie sagt seinen namen. überhaupt ihre augen, ihr mund, ihre hände.

ein traum träumt sich ganz von selber, die blumen so gelb, so weiss und die ersten spuren des sommers im gras und die müden blätter des kirschbaums.

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Im Blau einfach weiter reisen

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Die besondere Variante von Grün, die ich gerade erblicke, geht ins Blaue hinein, andeutungsweise, ein Sprenkel auf einem weissen Blatt. Er dient mir als Schlüssel zu einer Tür und die Form auf dem Papier erinnert auch von ferne an einen Schlüssel, wenn auch einen sehr eigenartigen.

Jedenfalls hinaus aus dem, was gerade ist.

Der Garten füllt sich mit Sommergästen zum Sommerfest, ich habe einmal hinaus gesehen und mich dann, unter einem Vorwand diskret entfernt, man kann sich unsichtbar machen und meine Abwesenheit ist eine Weile unbemerkt. 

Unterdessen studiere ich Wolkenformationen auf  makellosem Blau. Der Sonntag erwacht erst, kaum Verkehr, Stimmen nur aus sehr weiter Ferne, Vogelgezwitscher in den nahen Baumwipfeln, eine leichte Brise macht die Rotbuche gegenüber flimmern.

Ich lasse mich langsam hinein sinken.

Motorne Geräusche, Rauschen, anschwellend, da, genau vor mir und es entfernt sich, verstummt und das nächste. Eine Autotür klappt zu, eine Flasche klirrt in einen Container.

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Ich weiss natürlich, warum ich zögere mich unter die Gäste zu mischen.

Gelächter, Scherze, ausführliche Begrüssung, Gespräche, Leute werden einander vorgestellt, wieder Lachen, Lächeln, die Kinder rennen herum und mitten in allem eine Art Riss im Raum, mitten in der Fülle, nur ich kann ihn wahrnehmen, dort ist die Stelle, an der Marie verschwunden ist.

Nun werden es immer mehr Gäste, der Garten füllt sich, überall Leute und Leben und ich bleibe lieber sitzen, schaue hinaus auf die Wolken, die Bläue und ich weiss, dem festlichen Trubel bin ich heute nicht gewachsen.

Der Sonntag erwacht sehr langsam, Kinderstimmen von der Strasse her. Heute trösten mich die Wolken: Du tust etwas, du blickst wieder auf und schon sind sie neu und ganz anders und überraschend, sie sind das Element, in dem Proteus spielt, sie sind die Wechselfälle in reiner Form, wuchtig und federleicht und gleich schon vergangen und ich der Hans-guck-in-die-Luft.

Man ist so sehr gewohnt, geradeaus und hinunter zu schauen, dass es fast Mühe macht, den Blick für eine Weile nach oben zu richten und sich der Weite auszusetzen.

Wenn ich hinaus blicke auf das Wolkengetüm über mir und in die blauen Fenster darin, fühle ich mich fast gehalten.

Nur sehr langsam wird mir bewusst, wie sehr ich ein Träumer bin und wie wenig ich meinen Träumen nachging, oh, es sind ganz einfache Sachen, am Wasser sitzen zum Beispiel oder ein Wolkengucker sein, auf Geräusche lauschen in alle Feinheiten hinein, unter Bäumen flanieren, nachdenkliche bedächtige  Gespräche führen und eins am andern an Waldsäumen, Wiesen.

 

Der Traum ist kein Muss und er ist kein Soll.

Der Traum ist genau und erinnert alles, am Fuss des Wassers jedes kleinste Kräuseln, jede feine Dünung, jedes Glitzern, Aufblitzen, jedes Glucksen, ein Vogel streicht am Waldrand hin, ein Wind legt  Gras in Wellen, von irgendwoher eine Stimme, sehr fern, und in der Bläue oben die Ewigkeit, keine seelenloses Immerweiter, nein, ein Angesprochensein.

Der Traum inszeniert kein Leben. Der Traum vergisst kein Gesicht.

Der TRÄUMER träumt die Welt ins Dasein.

Der Träumer ist ein Teil des Traums.

Der Traum ist der Hund im Kegelspiel.

Der Traum sieht klar, der Traum schaut in jede Ecke, der Traum sieht um die Ecke.

Ich nenne diesen Teil von mir den Träumer, weil er in der gegenwärtigen Bewusstseins – und Seelenverfassung wie ein Träumer vorkommen muss. Er tut für heutige Begriffe noch nicht einmal das, was der Normalmensch (gibt es den?) im Urlaub tut, denn dort wird weiter getan und gemacht und heftig erlebt, und selbst das sogenannte Relaxen geht nicht ohne Anstrengung oder es ist ein Einsacken, ein Zusammenfallen, hinterher muss alles mühsam wieder zusammen geklebt werden.

Mich als Träumenden am Waldrand zu erblicken, nicht erst nachträglich, sondern im gleichen Augenblick, das ist (nicht war) eine überwältigende Entdeckung. Plötzlich steht der Junge auf dem Kinderfoto neben mir, er lächelt verlegen. Das ist ein Glück. Aber keines, das verfliegt, wenn es bewusst wird, sondern dieses Glück ist genau das: es wird bewusst.

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Ein solcher Augenblick singt.

Ein solcher Augenblick  ist eine Öffnung.

Ein solcher Augenblick kann gar nicht angemessen beschrieben werden.

Dagegen ist alles übrige  Anstrengung und Krampf (wenn ich dies haben will, dann muss ich jenes tun, nichts dergleichen, Windstille hingegen, kein Hauch, einen Augenblick gar keine Zeit, schweben, gar nichts bewegt sich, und nun das plötzliche Erwachen von etwas längst Vergessenem, nicht Vergangenem, auch Zukünftigem, aufgeladen mit es ist und es wird).

Es  war etwas angehalten und nun endlich gerät es in Fluss, nun endlich entsteht eine Bewegung, eine ganz andere, im Zickzack, in Spiralen, auf und ab, aber keine bekannte lineare, aber auch die mitunter, also neben der üblichen, auf einem ganz anderen Geleise,  keinem eingefahrenen, einem, das erst entsteht. 

In die Wolken Gesichter hinein schauen.

Im Blau einfach weiter reisen.

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sowas wie ein gebet

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Was mich heute beschäftigt?

Ich überspringe die kriegstreiberei, das ablenkungsgerede, die auslieferung von Assange, alles der gerechtigkeit dienend, ich staune immer wieder über die imperiale variante von sogenannter justiz und gleichzeitig stehn mir die haare zu berg dabei. Slavoj Zizek hat alles Nötige dazu gesagt.

Immerhin erinnert die morgenzeitung an den zwischenfall im golf von tonkin, der den einstieg der usa in den vietnam krieg rechtfertigte.  golf von tonkin? ja, man könnte sich historisch belehren lassen, wenn man denn wollte.  im krieg der guten gegen die bösen ist eine gewisse konfusion enstanden, wenn jemand ruft, und nun die guten, schreien immer alle hier.

Im mehr lokalen lese ich staunend, dass die stadtegierung  immer schon ziemlich nachhaltig war. die postmodernen politiker* (ein gendersternchen ist das) können, so ist wohl die regel des geschäfts, nicht „normal“ reden, also nicht sehr nahe an der realität, an den fakten, da ist meist so etwas verschwommen verschwurbeltes, eine nebelwand, in die man bei bedarf eintauchen kann, so habe ich das nicht gesagt, vielmehr… das macht die lektüre von interviews mit politikern* (wieder ein gendersternchen) so mühsam und kompliziert, hinterher hat wieder eine* die realität so schön geredet, dass einem fast die tränen kommen. ich frage mich, was hat sie* gesagt und finde das wort lange nicht, so in etwa: nebelsprüher, beileibe nur kein wort, das einen festlegt, also lieber gar nichts, leeres stroh gedroschen. abstreiten, ausweichen ist noch elegant, jedenfalls wegreden, alles ganz anders.  so nicht, so auf keinen fall.

dabei sind die leute* hier im vergleich sehr nett. das musste einfach mal gesagt werden.

also, das wollte ich alles überspringen und mehr ins allgemeine der beeindruckenden wolkengebilde, ja gebirge über meinem kopf gehen und in das unglaubliche gefühl bei nur kurzem hinausblicken auf die bLäue dazwischen, wo befinden wir uns hier. Ich hoffe in allem ernst,  jemand schaut uns zu und schüttelt wenigstens noch den kopf, statt sich schulterzuckend von dieser ecke der galaxie abzuwenden, hoffnungsloser fall, ende.

Er hat wieder einen hypochondrisch-misanthropischen anfall? keineswegs, aber gestern hatte ich ehrlich gesagt die schnauze voll. keine distanz, alles sauer, wir reden nicht mal von leiden, man kennt das, es kann überwunden werden durch nichtanhaftung, loslassen, die gier, den wunsch, das habenwollen, das sein wollen, das gemochtwerden wollen und du gehörst doch dazu, ganz zu schweigen von tod und den gebrechen davor und den ängsten, den flankierenden. und die fragen erst, macht es sinn und die suche danach und die aufgabe, was mache ich hier, braucht noch jemand mich.  die suchmaschine  gibt sich zufrieden mit gar nichts, du denkst, du hast einen zipfel des existentiell zentralen erwischt und morgens beim aufwachen ist es schon weg, hat sich über nacht verdünnisiert, aus dem staub gemacht und du… du fängst wieder von vorne an.

Also es ging überhaupt nicht darum. jedenfalls nicht hauptsächlich, ich meine, das ganze dolle paket läuft natürlich immer im hintergrund mit und es bricht gelegentlich daraus hervor wie eine meute kläffender kleppse, aber darum ging es nicht. wahrhaftig. und ernsthaft nicht.

Das problem ist, auf einer höheren stufe der bewusstseinsentwicklung, einer moralisch gestützten, dürfte sowas eigentlich,  gar nicht passieren, sowas wie ich habe die schnauze voll, da steht man doch längst darüber. Ich höre manchmal solche sätze.

Der ausdruck gibt sofort preis, dass darin nicht eine stinknormale (wirklich?) flemme steckt, es handelt sich eben nicht um einen anfall der  kopfhängenden melancholie , sondern es schwingt eine eindeutig aggressive note mit, ein ihr könnt mich mal und mir den buckel runter, wenigstens eine pikante prise davon.

Meist gehe ich dann in den wald, die bäume sind so freundlich und ich strecke die waffen. der raum ganz erfüllt von dem schweigen mit Marie,  den Schritten von Marie neben mir und das versteht sich von selber, das muss nicht extra gedacht und gesagt werden.

Gestern war das nun wieder ganz anders, irgendwann bin ich aufgestanden, ebenfalls ohne lange nachzudenken,  habe die gartenschere geholt und schon tauche ich in die arbeit ein  und der letzte rest zorn verfliegt, was dann passiert ist zwischen mir und den hochgewachsenen büschen am eingang. 

das sind die momente, in denen alles präsent ist, jede minute mit marie, aber auch sonst alles, alle leute*, die ich kenne und kannte und alle erlebnisse  und alles schweigt und geht nur in das tun, in jeden einzelnen handgriff, jeden blick und am ende hat es eine sichtbare form.

Amen

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aber ihre stimme

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dann warte ich auf ein zeichen. ein zeichen? irgenddeines, ein ächzen im dachgebälk, eine brennessel am weg, ein vogellaut, eine stimme von irgendwoher, ein windstoss, der schüttelt den baum vor mir, irgendetwas beredtes, das mich aus meinem verstummen heraus holt, das mich anrührt, rüttelt meinetwegen, irgendein zeichen, dass ich noch lebendig bin und nicht rutsche in einen stummen protest gegen alles.

man kann mit angst geld verdienen und macht bekommen und halten, ich suche nach einem lächeln, das mich zurückholt aus dem lande nirgendwo und nichts und was hält mich am leben, aus dieser frage auch, denn die antwort ist, alles hängt an einem dünnen faden.

manchmal werde ich zurück geworfen auf rudimentäres, elementares auch, essen und schlafen und gehen, aber frag mich keiner, wohin des wegs.

nichts hast du im rücken, sag ich mir, weshalb die meldungen vom tage mich treffen, als sei alles sehr nah.

und dann verstehe ich nie, dass das leben einfach so weiter läuft, dass keiner deutlich halt schreit und alles ändert die richtung. was diese gegenwart mir abverlangt, ist einfach zu viel, nicht einmal mit freude kann ich oberflächlich sein, weil das meiste schon so ist, glitzernde, scheinende oberfläche und die tage plätschern dahin und dann lese ich irgendwo die schlagzeile, der zivilisatorische zusammenbruch sei für 2050 zu erwarten. und: genug warnungen hat es schon in den siebzigern gegeben.

alles hat den geschmack des unwirklichen.

nur die imposanten wolkengebilde, gejagt von winden, und die geschüttelten, heftig tanzenden baumkronen scheinen mir real und die windgeräusche auf dem dach und ein lachen im haus, schritte auf treppen.

an solchen tagen kann ich nicht aus dem haus, ich habe angst mich zu verlieren und nie mehr nach einem zuhause zu finden.

an solchen tagen brauche ich etwas im rücken, dann sind alle herumirrenden mir näher als sonstwer, dann verstehe ich alle sprachen, nur die nicht, die um mich herum gesprochen wird.

dann sässe ich lieber auf den felsen am meer und schaute in die weite, dann sind die sanften geräusche des wassers das einzig wirkliche und die hügel und die steine am pfad.

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eine wiederholung habe ich erlebt, als sei sie dort zwischen bergen und meer jetzt erst gestorben und selbst im weiten fühlte ich mich eingeengt und der schmerz war da wie eh und je, aber seltsam, der schmerz vor allem, dass ich diese stimme nun nie mehr höre. so sass ich zwei tage und horchte hinaus und fand sie nicht, bis ich dachte, das wird nun immer so sein, an diesem ort, zwischen bergen und meer, nie mehr ihre schritte, nie mehr ihre stimme.

zuesrt denkt man, das hälst du nicht aus und doch bist du schon dabei und du gehst die alten pfade, du sitzt auf den felsen und schaust in die weite und in dieser schönheit ihre stimme nie mehr, nie mehr ihre schritte.

aber alles sehr hart an der grenze, wo du nur noch rennen würdest.

in diesen zwei tagen hatte ich auch das lachen verloren.

und ich fand es schlimm, dass ich ohne ihre stimme weiter leben kann, keiner mehr, der mich in diesem tonfall fragt, wo in der welt ich herum schwimme.

nach einer abrundung suche ich, einer wendung ins optimistische, noch sitze ich in gedanken am meer auf den felsen und schaue ins weite und ich höre, wie die leichte dünung sich an den felsen bricht, wie es plätschert und wispert.

aber ihre stimme höre ich nicht.

 

 

à bout d’inquiétude

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Am Ende der Angst, nicht der Ängste, reicht das Geld, hast du deinen Führerschein dabei, riechst du gut oder schlecht, der vergessene Namen ist noch kein Zeichen von Alzheimer oder doch? oder doch? bei allem? der Zweifel, bei allem? Oder die Panikattacke mitten in der Stadt und ich gehe weiter, tue, als sei gar nichts, pfeife vor mich hin, wie das verlorene Kind nachts im Wald, wenn ich allein in meinem Bett lag, hielt ich die Luft an, um besser zu hören, bis das Blut im Kopf klopfte und ich nur noch dieses fremde Pochen hörte, was sagen die Leute? Sie sagen nichts, sie denken allerhand, ich kenne sie kaum, bin ich mit ihnen befreundet, mir sagen sie nichts, habe ich mir Sorgen zu machen, wann gibt es essen.

Aber DIE ANGST ist weg, jeder Tag, jeder Mittag und Abend schiebt mich näher an den Abgrund, das Ende hier und sonst weiss ich nicht viel, aber das weiss ich. Higelin sprach vor seinem Tod von dem letzten Abenteuer und seiner ungebrochenen Neugier, lebend sterben sagte ein anderer und meinte damit nicht schon halb verwest und stinkend, nicht schon halbtot.

Dann aber der andere Spruch vom nötigen Sterben vor dem Sterben und manchmal geschieht es ganz unfreiwillig, ich kann ein Liedchen davon singen, nachts im Wald das Rascheln, das Scharren, das Kratzen und was ist das, ich halte die Luft an, wie damals, wenn ich allein da lag und keiner kam.

Halt die Luft an, Mensch. Aber ich gebe nicht an, ich schwindle nicht, warum sollte ich irgendjemand etwas vormachen.

Einmal schien etwas Kräftiges auf, etwas Durchmischtes, wie man das Leben eben so kennt (und dann hat man noch Glück gehabt, man kann sich vergleichen, man kann sich Zustände vorstellen, aber wie sie sich anfühlen und was man dazu denkt, da hat man nicht die geringste Ahnung und hält also den Mund. Klagen? Das Reklamationsbüro hatte vor einer Sekunde geöffnet, nun ist es geschlossen).

Es gibt keinen Gott, bei dem man sich über das plötzliche Ableben einer Person, dazu noch einer Geliebten und Freundin, beschweren könnt. Er ist schlicht dafür nicht zuständig. Jammern ist möglich, es ist gewiss nicht sehr elegant, für eine Weile erleichtert es gewiss, bis man merkt, es gibt keinen Adressaten.

Alter ist nichts für Weicheier. Der Planet ist noch immer schön, aber kein Paradies für die grosse Zahl und auch die Superreichen haben diese verborgene Todesdepression, darauf kann man zählen, aber die Ablenkungen sind natürlich luxuriös und nur vom feinsten. Aber ein Arschloch bleibt ein Arschloch.

Und es gibt Leute, leider genug davon, die bestehen darauf, den Ast, auf dem sie sitzen, beharrlich abzusägen. Aus Dummheit, aus Gier, aus Unbewusstheit. Weiss der Geier warum. Einige werden den Klimawandel leugnen, bis ihnen der letzte Rest Gehirn ausgelaufen ist und es gibt eben die seltsamsten Überzeugungen, am schlimmsten ist es, wenn man den Mist einem Sündenbock in die Schuhe schiebt, das nennt sich dann sehr rechts bis ultrarechts. Immer ist es jedenfalls ein anderer.

Ich persönlich finde das nicht nur beklemmend, sondern auch langweilig, in der Schule nicht aufgepasst und nichts gelernt, Doofheit ist antrainiert. Man kann sich Doofheit auch einreden, indem man die Fähigkeit des Denkens ignoriert. Denken tut ein wenig weh, man findet dann nämlich allmählich, manchmal ist es etwas mühsam, heraus, es ist nicht der Nachbar.

Ach, wem sage ich das.

Und nun im Ernst: wenn man durch irgendwelche Umstände in eine andere Realität katapultiert wird, sei es der Tod eines geliebten Menschen, sei es ein überwältigender Schmerz, die Realisierung der Flüchtigkeit von allem, eine tiefe Einsicht, die einen überfällt und trifft, richtig erwischt in der Tiefe, dann kann man durchaus in Panik geraten, zuerst, richtig Angst kriegen, eine Scheissangst, rasendes Herzklopfen, sich jagende Gedanken, der reinste Horror kann einen überfallen, man hechelt, man atmet sehr flach, eine Attacke jagt die nächste, bis irgendetwas einem „zuruft“: tief durchatmen, die Augen auf, schauen, hören, fühlen, das geht sehr schnell wieder.

Wenn man danach die Zeitung aufschlägt, kneift man sich besser vorher in den Arm und tatsächlich, es ist der vorherige (bekannte) alltägliche, galoppierende Wahnsinn, der ist noch immer da und du darin, ein zweites mal kneifen, aber nun ist es anders, der Blickwinkel leicht oder doch heftiger verschoben. 

Als du die Anzahl der Geschäfte in der neuen Shopping Mall liest, fängst du an zu lachen, zu prusten, du hältst dir den Bauch, du kannst gar nicht mehr aufhören, der neue homo oeconomicus, der Koofmich der Postpostmoderne, ist, wenn er kauft. Und dazwischen zweifelt er, ob es ihn gibt, in den Kaufpausen löst er sich auf und steht wieder auf, im Kaufen.

Das sanfte Raunen überhört er, das anhaltende Flüstern, was machst du hier, wenn der Paradies Ausgang der Tod ist.

Und bei dem Glauben, der vorherrscht, ist er das endgültige Ende.

Ich finde das lustig.

Ich würde allerdings nie über die Beunruhigten spotten, wenn einer zu mir kommt, versuche ich Trost zu spenden.

Wie das denn?

Ganz einfach, ich singe Kinderlieder vor, das vom Hänschen klein, der ging in die Welt allein. Ich lese die Tafel am Eingang (des Lebens) vor. Und die Bedingungen des Ausgangs lese ich auch vor. Alles, was man am Ende mitnehmen darf. also nichts als die Substanz eines Lebens.

Das ewige Halleluja Singen halte ich für eine Geschichte, à s’endormir debout.

Wie einem die Einrichtung vorkommt? Das frage ich auch. Ich weiss die Antwort für mich: Es ist ein absolutes Rätsel. „Warum es etwas gibt und nicht nichts.“

Ich spüre dem Rätsel nach, jeden Tag, jede Nacht.

„Marie hilf!“, sage ich, wenn ich nicht weiter weiss und oft weiss ich es nicht. Woher sollte ich? Müsste ich?

Meine Gewissheiten schmelzen wie Butter in der Sonne, es hört gar nicht mehr auf.

Im Ernst, ich bin kein Guru, kein Lehrer /  gottseidank / hallelujah/ ich habe das Zeug nicht dazu. Ich fahre Fahrrad und Mountainbike, ich gehe gerne zu Fuss. am liebsten im Wald und an zweiter Stelle in der Stadt. Mein Lieblingsort dort ist die Fussgänger und Velofahrer Unterführung an der Brücke in die Avenue de la Liberté.

Menschen vergessen sehr schnell, das Allerwichtigste vergessen sie sehr schnell. Die neue Unfreiheit ist immer anders als die alte. Günther Anders sagte einmal, die neuen Ketten tragen Blumenguirlanden. Ich glaube nicht an eine rettende Mehrheit, an eine mehrheitliche Einsicht. Ich bin ein optimistischer Pessimist.

Die alten Methoden des sogenannten Lehrens und Lernens sind endgültig bankrott. das kann man sehen, hören, lesen, fühlen. Die Denkmuster auch.

Etwas gelernt? Warum sind wir dann da, wo wir sind? Und dann die geteilten Meinungen darüber? Die Argumente? Die Verbohrheiten? Das Nichtdenken, der Abgrund des Nichtdenkens, der Verweigerung des Denkens, die Gefühlsverweigerung auch, die Anästhesierung.

Öfter setze ich mich hin und spüre nach Innen nach Aussen.

Marie ist tot.

Was heisst ihr Totsein für mich? Gar für sie?

Etwas hält mich.

Wie nenne ich das?

Ich nenne es Marie.

Es ist mir über.

„Ich kann nur staunend zustimmen“

(Sonne I. Rose Ausländer, Im Aschenregen die Spur deines Namens. S. 158)

 

P.S.: à bout d’inquiétude, der Ausdruck ist von einer Freundin, die so nachsichtig ist und diesen Blog liest. Ich wollte die genaue Bedeutung und Übersetzbarkeit wissen und habe gegoogelt, an erster Stelle erschien, zu meiner Verwunderung, der obige Link und Françoise Sagan. Soviel zu meiner Belesenheit…

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streuseljahre

jetzt weiss ich, warum erinnerungen aufschreiben, systematisch natürlich, eine geschichte zusammen klamüsern und schustern, nicht in frage kommt, gar nicht, in keinem fall.

die alten schauplätze hat man ja nicht verlassen ohne grund und nun zieht es einen auch nicht wieder dahin zurück. die sache, die man dort abholte, war rundum beendet und abgeschlossen und es gab keinen grund zu verweilen, sondern tausend gründe weiter zu gehn.

wenn traumatisches mit einem ort verbunden ist, dann geht man noch einmal dorthin und schaut sich es an, wenn man kann, vielleicht mit beistand und hilfe. das gilt für äussere wie innere orte.

man stellt fest, der ort, den man meint, ist gar nicht der ort, den man sieht, aber das meinen legt sich über das sehen wie ein schleier und macht alles grau, uninteressant eigentlich, was mache ich hier, die frage ist sofort da und trotzdem ist auch etwas bedrückendes da, wie es rumpelkammern haben, länger nicht aufgesuchte zimmer im haus, burgverliesse, häuserruinen oder auch so:  der ort sagt einem, wenn man genau hinspürt, was suchst du noch hier, es ist nicht mehr dein ort, mach, dass du wegkommst.

ich rede gerade von sieben internatsjahren in einem nicht so bedeutenden ort, aber das nächstliegende gymnasium war dort und der ort ein gerichtsort, ein ort der advokaten und militärs, ein lehrerort und ein paar geschäfte, ein paar lokale, einige davon tabu für schüler, weil stammkneipe der notabeln und derer, die sich dafür hielten, und ein mädchenpensionat.

das äussere, entdecke ich nun, der ort also mit allem drum und dran, fluss, strässchen und plätzen, hat mich damals nicht sonderlich fasziniert, ich kann nicht sagen, ich hätte ihn in mein herz geschlossen, es war mehr eine innere lern- und entdeckungswelt mit kulisse, die kulisse liess mich relativ kalt. die entdeckungen faszinierten mich, der ort war eng.

trotzdem frage ich mich, woher kommt der grauschleier über allem, die leichte beklemmung wie die ahnung einer heran ziehenden dunklen wolke  und mir wird bewusst, ich spüre  das damals in mir ganz ungeklärte, gärende, halbbewusste, unbewusste und ich mochte mein pickelgesicht nicht und meine verborgenen wünsche, kurzum alles, womit ich nicht fertig wurde und schon bevor ich herkam, hatte ich meine strategie entwickelt, wer ich stattdessen sein wollte, eine halbwegs zureichende persona, die ich nun herum bewegte. ich las über Colettes Lieblingsschlafmittel und Maupassants Dienstmädchen, das glaubt, kinder werden durch den nabel gemacht und später Camus, Sartre und Malraux, jemand schenkte mir Rilke gedichte und ich stolperte über Die Verwirrungen des Zöglings Törless. ich sehe nicht den ort, ich sehe meine freuden und leiden. ich sehe alles unangenehme und alle noch nicht in worte fassbaren widersprüche und eigenarten, das, was mich voran trieb und das, was mich zurück hielt.

ein paar kilometer weiter sind die café terrassen sonnig und heiter, hier sind sie ein wenig düster, ein wenig beklemmend die stimmung, an einem nebentisch sitzen alte frauen mit jüngerem begleiter, sie reden über café und kuchen und dinge im altenheim, manchmal lachen sie, dann brechen sie auf.

das flanieren in der fussgängerzone ist leicht ungemütlich, obwohl nichts unangenehmes passiert. die leute sind freundlich.

auf der weiterfahrt, als der ort an einer kurve aus dem blick verschwindet, bin ich erleichtert.

mit dem jungen mann von damals habe ich in der nacht ein längeres gespräch, ich höre ihn sagen, und wo bleibe ich in all dem, worin ihr euch eingerichtet habt und ich erinnere mich lebhaft an meine aufsässigkeit. ich spüre die anstrengungen von damals, die auseinandersetzungen, die verunsicherung, die freude an der entdeckung, die erlebnisse des lesens, die erleichterung, als ich weiter ziehen konnte. das vor allem.

es war für eine weile ein sehr gemischtes zuhause und wie der ort wirklich ist, ich meine ohne meine erlebnisse in ihm, davon weiss ich nichts. sobald ich mich ihm nähere, bin ich wieder in der ehemaligen atmosphäre, leicht verdreht, ein wenig gequält, verdüstert, ein wenig freudig, neugierig, deshalb fahre ich gelegentlich durch, aber ohne Marie, die im mädchenpensionat strafversetzt war für einige jahre, wäre ich nie zurück gekehrt, es war mir innerlich zu aufwändig.

anmerkung: statt streuseljahre könnte ich auch sagen: clearasil-jahre. nom de guerre: streusel

 

 

du hörst dich gerne reden (Marie)

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ich komme aus einer zone, da gibt es kein erwachen, sondern ein wachgerüttelt und gestossen werden, plötzlich reisst du die augen auf und merkst, die welt hat sich verschoben, du schaust sie jedenfalls aus einem anderen winkel. wenn etwas schön ist, ist es gleich schmerzlich schön, und die schönheit, die schmerzt, vergeht sehr schnell, du zwinkerst einmal nur mit den augen und schon ist sie ausgelöscht, verschwunden für immer, nur ein nachhall in deiner erinnerung.

was erzähle ich den leuten, ich meine nicht beliebigen, sondern in begegnungen, die den namen verdienen, und ich frage mich, was bewegt dich, was also liegt tiefer als alle worte, die auch in die irre führen, natürlich, du sprichst über dieses und jenes, vermischst ernsthaftes mit tratsch, dir fallen immer neue geschichten ein, von dingen, die es längst nicht mehr gibt, du holst weit aus und verirrst dich in den mäandern deiner worte, schlägst nebenpfade ein, kehrst um und einmal auf dem weg der digressionen und abweichungen machst du weiter, während über dir der wald steht, du könntest noch stundenlang so weiter reden, auch während es zu regnen beginnt, du lässt dich durch gar nichts aufhalten, auch durch keinen steileren anstieg, nebenbei sagst du als anmerkung, das seien alle die ungeschriebenen geschichten, für die du einen hörer brauchst, sonst würden sie nie erzählt, so als gebe es nur das mündlich weitergereichte wort, das es ohne einen zuhörer und weitererzähler gar nicht gibt und natürlich sprichst du auch soviel, um deinem gegenüber ähnliches zu entlocken und zwischendurch immer wieder die stille  frage, warum tust du das oder kam die frage erst später, versuchst du dich in ein licht zu stellen, den geschichten über dich weitere anzuhängen, obwohl du diese nie hören wirst, als arbeitest du an einem ruf, den du schon längst hast, aber du müsstest ihn noch etwas verfestigen, was bewegt dich also, ausser dem mangel an gespräch seit ihrem tod, aber du weisst dieses gespräch kannst du durch kein anderes ersetzen.

dein erschrecken klingt nach, noch immer bist du erschrocken, dass so ein gespräch plötzlich wegbricht, das  sich selbst im schweigen führte und wenigstens die halbe zeit habt ihr geschwiegen, weil vieles schon gesagt war oder worte sich sowieso erübrigten, vielleicht gab es noch eine geste, einen leicht hochgezogenen mundwinkel, einen austausch von blicken, aber nicht einmal einen ironischen; jedenfalls das fehlt dir und nicht irgendwie, denn da war doch tatsächliche eine welt aufeinmal ganz verschwunden und nur noch unberedtes schweigen, etwas weggerissen und ein verstummen, ein raum ohne echo, der jede silbe verschluckt, plötzlich fühltest du dich nicht nur in einem halbdunkel, sondern auch in einer enge, einem schwinden des raums und kaum noch worte für dieses erleben.

wenn also kein ersatz, was dann?

niemand will gehört werden, denn das würde doch bedeuten, du hast was zu sagen, aber was bedeutendest. doch das, was du erlebst ist nur deins, ich meine nicht die trauer und den verlust, sondern wie du trauerst und wie du den verlust lebst.

und spätestens jetzt merkst du, du redest gerade mit Marie.

und wahrgenommen werden? fragst du oder sie, worin? in einer sehr vorläufigen identität, so nennt man das doch, was man herum bewegt, und zusammen mit anderen herum bewegten  identitäten, ebenso vorläufigen, namen meist nur, attributen, ergibt sich dann eine gesellschaft.

der tod im übrigen, eben gerade und ausgerechnet dieser tod, ihr tod also bestätigt dir weder namen noch attribute, wie auch immer sie lauten, wie heraus geputzt auch immer. er, ihr tod, prüft im besten fall deine tiefere konsistenz, also  nichts zum herumzeigen, keine wichtigkeit, kein seht her in irgendeiner weise und es ist jenseits des: was bringt es.

was dann? geschichten, selbst aus erinnerung gespeist sind auch immer lügen. du erzählst sie, als redest du über einen anderen, der durch die geschichten eine seltsame konsistenz bekommt, die er sonst nicht hätte. du redest dich also selber in eine art scheinexistenz? ja, so ähnlich, denn für einen kurzen augenblick flackert so etwas wie sein auf in deinen indiskretionen, die auch wahr sind oder nur halb erfunden, schon die verwendeten worte sind lügen, bevor sie ausgesprochen wurden. denn, das ist auffällig, du redest, als ginge es um dein leben; ja, das sagtest du, wenigstens um einen schein davon, einen schein, den du erwecken willst. denn plötzlich kommt dir das erzählte interessant vor, aber wie von weitem angeschaut, wie bruchstücke einer halbwahren biografie.

aber sobald das reden aufhört, zweifest du schon wieder an deiner existenz, ich meine, es gibt dich wirklich, ich meine, du hast dich für einen moment in deinen geschichten gesehen, von ferne, etwas unsicher der blick, ja, das sicher, tupfer, farbkleckse hier und da, einen charakter sozusagen hast du für einen moment erblickt .

aber, sagst du am abend, nachher also, einen scheincharakter, der nichtsein oder den zweifel am sein durch reden, im schlimmsten fall geschwätzigkeit wettmacht, dadurch den anschein erweckt und diesem anschein auch wieder entschlüpft, indem er sich nicht einmal weigert, sich darin selber zu erkennen, sondern sich tatsächlich darin nicht ganz erkennt.

als hätte er sich von geschichten befreit, einmal gesagt schon verweht, keine substanz erkennbar.

marie würde spöttisch sagen, sie sagt es gerade, du hörst dich gerne reden.

die probe aufs exempel besteht darin: wie fühlst du dich, wenn du einmal alleine in deinem raum sitzt und schweigst? sie schaut noch immer leicht spöttisch und ich halbehrlich, wie ich bin, in worten will ich mehr verhüllen als sagen: leer, entleert, sehr leicht, wie weggeweht.

ich rede, also bin ich, sagt marie.

ja, sage ich, ich versuche durch reden wieder her zu holen, was mir durch deinen tod abhanden gekommen ist, die verbindung, die beziehung.

ob es uns beide überhaupt jemals gab? frage ich, aber es bestand für eine zeit eine rätselhafte beziehung, so etwas wie eine tägliche auferstehung vom gar nicht vorhanden sein.

und eine entwicklung, sagt marie.

ja, seltsam, das auch, ohne zweifel (ich).

auch im schweigen (sie).

du meinst damals (ich).

ich meine jetzt (sie).

Og+Bvka8TdS4ISss8ed+Qg

kleine bemerkung über wald

vielleicht bin ich nun ganz verrückt geworden, woanders gelandet und wir nennen zwar alle zusammen die dinge noch immer beim selben namen, aber ich tue nur so, als sei dies das normalste der welt und ich glaube doch gar nicht mehr dran, eher, dass dieselben namen eine fundamentale differenz bezeichnen, eine uneinigkeit, was die dinge sind, zum beispiel, was den wald betrifft.

wald, das war vorher schon etwas ganz anderes, wald das war mit marie, lange gänge bald redend bald schweigend, wenn das meiste gesagt war. der wald war uns schon immer wohlgesonnen, das merkt man doch an der gefühlsdifferenz, noch weit draussen, am waldsaum und drinnen, ganz eingetaucht.

ich sage gar nicht gerne, wie es heute war, seit langem war ich wieder allein unter vertrauten bäumen, sonnenflackern an stämmen, schatten und ein glück. ich ertrags nicht lang und wenn ich merke, was für ein glück, bekomme ich angst, es ist gleich vorbei.

aber diesmal ein ganz reines, fast kindliches, wiedersehen mit alten freunden und willkommen. und wo ist marie, fehlt marie nicht. marie, das gebe ich zu, ich habe gleich am anfang gewarnt, marie war nicht weg, sie ging nicht neben mir, sie war aufeinmal überall. Sie war der Wald. dass man sowas nicht lange aushält, so ein gefühl haut einen um, das versteht sich von selber und ich arbeite noch an meiner begabung dafür.