eine schöne irritation

heute morgen verstehe ich nichts. einer kramt noch in den erinnerungen der nacht und ein anderer ist schon am nachmittag, wenn die sonne scheint. dazwischen: ein zögern, ein blinzeln, ich erwache in etwas unglaublichem, heisst es nicht jetzt?

ich starre: ein einziges fragezeichen.

(meistens, wenn ich in verwirrung am morgen gerate, dann weiss ich, es ist das sammelsurium von fakten, behaputungen, meinungen und weltansichten aus dem virtuellen zeitungsumblättern zu schnell nach dem erwachen, doch diesmal ist es was anderes, sagen wir: eine schöne irritation.)

zuerst dachte ich, ich bin mitten in der nacht aufgewacht und horche gespannt nach nebenan. nebenan etwas wie eine wand? sehen kann ich nichts genaues, ein farbenspiel und die ahnung, mehr als ahnung, ein gefühl? mehr noch: der eindruck, als seien wahrnehmungsgrenzen aufgehoben, dort ist ein raum, aber was ist ein raum? dort ist ein reichtum von …, eine fülle …  intensität … weite schönheit … eine atemberaubende freiheit. ich kenne dieses äusserst gespannte neuerdings nur vom schmerz, aber dort eng, sehr eng, und hier und nun ist es wie schmerz umgestülpt in etwas leuchtendes, offenes, fliessend glückliches.

dazu die gewissheit: es ist nichts anderes als das, in was ich eintauche jeden tag morgens beim erwachen, kein anderer raum als der.

als ich erwache, ist es ein verwunderlicher plastischer traum. kaum zu beschreiben, ein erlebnis jenseits. vielleicht mit vorsichtigen worten zu ertasten.

ich verweile länger darin, in dem nachgefühl.

irgendwann, wohl beim zähneputzen fällt mir ein, worüber ich mich gestern abend geärgert habe: wahr ist nur, was sich im experiment verifizieren lässt. ich denke an den andern satz: wahr ist, was funktioniert. bei solchen sätzen spüre ich unweigerlich die enge des schmerzes, die reduktion auf etwas sehr kleines, armes. wohlgemerkt,  ich halte nicht heimlich einen unsichtbaren, schwebenden, kaltes feuer speienden kalten drachen in der garage, den sagenhaften von carl sagan.

aber ich ahne, der raum mit allen dingen und wesen darin ist unendlich viel reicher, als man mir weismachen will.

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