… und verwische die spuren

rückfall in eine enge, die mir die luft nimmt, die pein des eingesperrtseins in sich, als hätte ich vorher durch vier augen die welt gesehen und mit vier armen umarmt, als sei nun etwas erloschen, als sei die dunkelheit gewachsen, als sei ein zugang verschlossen. die welt ist verarmt und geschrumpft, sie hat ihren namen verloren.

es schneit, es ist saukalt, der rosa blütenstrauch im garten erfriert, eisformationen an meinem dachausguck, da war einmal ein mensch, mit dem ich eine übereinstimmung erreicht hatte, so dass  in dieser beleuchtung alles klarer und deutlicher hervor trat. ein licht ging von da aus, darin mein sehen. vor allem sah ich, wie sie immer anders war, wie sie sich wandelte, so dass kein zweifel aufkam über die grundbeschaffenheit der dinge. was machte die welt interessant? wegen ihr waren sogar gänge im gewohnten interessant, selbst das übliche spannend. ich sage nicht, dass es nie schmerzte, die nähe tat es und die entfernung.  es kam vor, dass einer von uns sich weg begeben hatte vom andern und nun, angerufen, wieder näher kam. ich sag nicht, dass es einfach war, ich romantisiere nichts. unsere übereinstimmung war nicht ohne differenz, nicht ohne widerspruch, nicht ohne bemühung, es war ein kunstvoller bau. wir erfreuten uns am mehrfältigen, an differenz und ergänzung durch den anderen blick. die aufhellung der dinge, das hellere überaupt kam aus der anwesenheit des andern. zwei sehen mehr als einer, das erleben der wahrheit eines sonst leeren satzes.

nun ist die welt gedimmt, ein licht gelöscht, ich tappe heute morgen im dunkeln. da sitzen und nach wörtern suchen, die sie erreichen.  ich sehne mich nach einer vervollständigung,  die schon einmal war.

weniger gefühl für alles, kleiner demnach und selber verfinstert, ungesehen, unberührt, ungehört, weit weg vergessen. manchmal ist das, was war, ein traum.

manchmal entferne ich mich aus dem bild. manchmal bin ich an einem kalten fremden ort, manchmal erkenne ich weder mich noch die andern. wenn es fröhlich wird, gehe ich aus dem zimmer. ich mache türen hinter mir zu und verwische die spuren, wenn jemand mich finden soll, dann nur sie, wenn überhaupt jemand.

aus meiner verkleinerung schliesse ich darauf, wie es war. neubeginn: dankbarkeit hellt die welt auf und darin leuchtet sie.

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