aber ihre stimme

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dann warte ich auf ein zeichen. ein zeichen? irgenddeines, ein ächzen im dachgebälk, eine brennessel am weg, ein vogellaut, eine stimme von irgendwoher, ein windstoss, der schüttelt den baum vor mir, irgendetwas beredtes, das mich aus meinem verstummen heraus holt, das mich anrührt, rüttelt meinetwegen, irgendein zeichen, dass ich noch lebendig bin und nicht rutsche in einen stummen protest gegen alles.

man kann mit angst geld verdienen und macht bekommen und halten, ich suche nach einem lächeln, das mich zurückholt aus dem lande nirgendwo und nichts und was hält mich am leben, aus dieser frage auch, denn die antwort ist, alles hängt an einem dünnen faden.

manchmal werde ich zurück geworfen auf rudimentäres, elementares auch, essen und schlafen und gehen, aber frag mich keiner, wohin des wegs.

nichts hast du im rücken, sag ich mir, weshalb die meldungen vom tage mich treffen, als sei alles sehr nah.

und dann verstehe ich nie, dass das leben einfach so weiter läuft, dass keiner deutlich halt schreit und alles ändert die richtung. was diese gegenwart mir abverlangt, ist einfach zu viel, nicht einmal mit freude kann ich oberflächlich sein, weil das meiste schon so ist, glitzernde, scheinende oberfläche und die tage plätschern dahin und dann lese ich irgendwo die schlagzeile, der zivilisatorische zusammenbruch sei für 2050 zu erwarten. und: genug warnungen hat es schon in den siebzigern gegeben.

alles hat den geschmack des unwirklichen.

nur die imposanten wolkengebilde, gejagt von winden, und die geschüttelten, heftig tanzenden baumkronen scheinen mir real und die windgeräusche auf dem dach und ein lachen im haus, schritte auf treppen.

an solchen tagen kann ich nicht aus dem haus, ich habe angst mich zu verlieren und nie mehr nach einem zuhause zu finden.

an solchen tagen brauche ich etwas im rücken, dann sind alle herumirrenden mir näher als sonstwer, dann verstehe ich alle sprachen, nur die nicht, die um mich herum gesprochen wird.

dann sässe ich lieber auf den felsen am meer und schaute in die weite, dann sind die sanften geräusche des wassers das einzig wirkliche und die hügel und die steine am pfad.

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eine wiederholung habe ich erlebt, als sei sie dort zwischen bergen und meer jetzt erst gestorben und selbst im weiten fühlte ich mich eingeengt und der schmerz war da wie eh und je, aber seltsam, der schmerz vor allem, dass ich diese stimme nun nie mehr höre. so sass ich zwei tage und horchte hinaus und fand sie nicht, bis ich dachte, das wird nun immer so sein, an diesem ort, zwischen bergen und meer, nie mehr ihre schritte, nie mehr ihre stimme.

zuesrt denkt man, das hälst du nicht aus und doch bist du schon dabei und du gehst die alten pfade, du sitzt auf den felsen und schaust in die weite und in dieser schönheit ihre stimme nie mehr, nie mehr ihre schritte.

aber alles sehr hart an der grenze, wo du nur noch rennen würdest.

in diesen zwei tagen hatte ich auch das lachen verloren.

und ich fand es schlimm, dass ich ohne ihre stimme weiter leben kann, keiner mehr, der mich in diesem tonfall fragt, wo in der welt ich herum schwimme.

nach einer abrundung suche ich, einer wendung ins optimistische, noch sitze ich in gedanken am meer auf den felsen und schaue ins weite und ich höre, wie die leichte dünung sich an den felsen bricht, wie es plätschert und wispert.

aber ihre stimme höre ich nicht.

 

 

Ein Gedanke zu “aber ihre stimme

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