zuhause

 

abends gar keine bestätigung von nichts: ausser verrücktheiten. auch die schimpansen führten ausrottungskriege.

schreiende dissonanzen. aber abends ist es friedlich in den strassen um diese zeit. eine einsame spaziergängerin in gelber warnjacke, sonst niemand, nicht einmal ein verirrtes auto.

bergauf bergab, nachts fahren ist wie kino, nur besser.

überhaupt, manchmal zwicke ich mich, es ist alles wie traum.

einmal habe ich geschrieben, man gewöhnt sich daran. aber das war nur eine art zu sagen, es ist immer da. verlust geht nicht weg, wird nicht stumpfer. es gibt jahreszeiten und tage, da ist es eine eben geschlagene wunde.

du wusstest nicht, dass vergangenheit einem so unbarmherzig in den dingen entgegenkommt und jedesmal fühlst du, es ist nicht mehr. was heisst das  eine erinnerung, die dir teuer ist. sie trifft und …

das, was wirklich stumpfer wird, das sind die wörter, mit denen man es sagen kann. irgendwann kann man es nicht mehr sagen. aber es ist da, genauso lebhaft und schneidend wie eh.

zwei jahre sind in der hinsicht gar keine zeit. gegen dieses eine ereignis kommt sonst nichts an, es verblasst, kaum erlebt, kaum geschehen. nichts ausserdem sticht besonders hervor.

man sagt, diese person, und meint, ein ganzes leben.

und man denkt das, man fühlt das, nicht etwa, weil die tage so kurz sind und die nächte so dunkel. es ist nicht wegen der zunehmenden kälte. wenn der tag blau ist und die sonne kräftig, ist alles noch schlimmer.

in den klarsten momenten überfällt es dich. wenn du es nicht spürst, spürst du auch sonst nicht viel. das ist am schlimmsten.

irgendwann bist du der, der diese variationen wie eine statistische kurve registrierst. du merkst, kein willensentschluss kommt dagegen an. während einer zeit wirfst du dir das vor, machst dir beine mit allgemeinen weisheiten, versuchst es wenigstens mit einem sollen, einem müssen. dann lässt du es sein.

irgendwann nimmst du zur kenntnis, du bist jetzt ein anderer. kein besserer oder zufriedener oder reiferer. du bist keiner, der etwas dazu gelernt hat, das vergangene leben ist kein kapital, das sich vermehren liesse um zins und zinseszins. es ist ein paralleluniversum und dort lebt einer mit deinem namen. aber hier ist nichts vergleichbar.

du bist noch ein zeuge, du legst zeugnis ab, dass gut weiter geht, was sie angelegt mit einem zusammen, der hiess einmal wie du selber.

du wunderst dich über die fotos, die dich zeigen und sie, als seien sie nachrichten von einem fernen planeten.

und dann steckst du den schlüssel ins schloss und bevor du die tür öffnest, denkst du, mehr noch fühlst du, gleich werde ich ihr erzählen, was ich gerade erlebt und du spürst sofort die  dringlichkeit deines impulses. es ist nicht einmal so sehr die vergeblichkeit deiner hinwendung, die dich trifft, es ist das  impulsive  der regung selber. das hast du nicht mehr erwartet.

an dem abend ist die regungslose stille ein zuhause.

 

 

 

 

 

 

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