die fremde

es regnet auf alles und der regen wäscht die erinnerung weg. sie schwimmt die strasse hinunter, papierschiffchen am gehsteig, emsig zockelnd vorbei.

mir fällt François Truffauts chambre verte ein, die todes toten obsession eines mannes und die kapellenszene darin.

kapellen zu errichten habe ich nicht vor.

was mich rettet in mein eigenes leben, ist die neue wahrnehmung, dass etwas mich losgelassen hat, ist der unmut über mich selber, dass ich nicht sehen wollte,  die andere, die neben mir ging, ging auch wege, die mir fremd und  rätselhaft waren, und ich muss das rätsel nicht lösen. sie hatte auch etwas fremdes. wenn ich ehrlich bin, war sie neben aller vertrautheit ganz für sich, hatte ein geheimnis, das ich lassen kann.

 

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was ist trauer? doch auch das eingeständnis, dass die andere die fremde ist, deren fremdheit man beizukommen dachte durch die eingemeindung in alltägliche gemeinsame verrichtungen, durch beziehungsroutine und kleine rituale.

das ganz fremde hat sich gezeigt in ihrem sterben und tod, die eine geht, der andere bleibt zurück, er kann nicht mit, es ist ein weg, den jeder alleine geht.

Dieses erlebnis lässt liebe und zuneigung unberührt. das bleibt. aber ich muss nach meinem leben sehn, denn keiner lebts für mich.

das meine ich mit erinnerungssucht, den ersatz für das eigene, das man begräbt unter dem zauber der erinnerung.

Ich muss keine bilder von ihr ansehn, damit es weh tut. Das tut es von alleine.

Ich rette mich, so gut ich kann aus einem vergangenen leben, so gut es  immer war.

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