alles endet in jedem augenblick und setzt wieder neu ein

ich weiss, man führt einen mit sich, der sortiert alles in säuberlich getrennte kästchen, rümpft über alles die nase, sucht nach mehr, ohne etwas bestimmtes zu meinen, er/sie/es will nicht hier sein sondern dort. unbedingt und sofort am besten, du müsstest, du solltest, du könntest und warum tust du es nicht , sodann die schwere der umstände als einwand und darüber ausgiebig lamentieren, das hast du dir selber eingebrockt.

in dem licht hier, selbst unter einer regendecke, aber mit einem helleren hoffnungsstreifen am horizont überm meer, sinkt das gerede zurück in die bedeutungslosigkeit und steigt wieder auf, unablässig der versuch mich selber in eine ecke zu treiben und dort gibt es keine aussicht, aber dem licht hält das gerede nicht stand, das licht ist zu grundlegend optimistisch.

 

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foto marie z.

 

und dann erst die vergleiche, das leben mit marie, das es nun nicht mehr gibt, das gehen am meer und in den hügeln überm meer, die autofahrten überall hin, die farbigen märkte, das sitzen und reden, das vertraute, die nähe, ich denke zurück an der schnur der zeit und er scheint unendlich, ein raum bevölkert von ihr und mir, das lachen, das weinen, streit und versöhnung, und alles im glück, hans im glück, so fühlte ich mich.

überall sehe ich uns um die ecke kommen, verjüngt,  ein zeitreisender. erst gestern abend plötzlich der film, wie wir vor einem der hügel- und bergorte  in einer ansteigenden kurve die letzten meter zum auto  zurück legen, das schlägt im gemüt ein wie der blitz, etwas krümmt sich, kriegt keine luft und ich öffne das fenster und atme tief durch vor der schwarzen wand der nacht, rechts im bild einige lichter von fern und das andauernde rauschen des meers,

das jetzt so nehmen, wie es ist, ich bin noch am leben und habe nichts weiter zu tun, als eben das, ein blick in den garten hinüber zum meer, graublau, scharf die trennlinie zum wolkigen licht und darüber das graublau leuchtende wolkengeschicht und näher braungrün gesprenkeltes von hecke und gras (mit vögeln darin, kleinen dunkelgrau wendigen) und das fenster, der tisch, die schreibenden hände und seitlich: der morgencafé und bald das aufstehn und gehn, vor allem das gehen am meer und der regen, der wind.

ich muss die weite wieder entdecken für mich, das grosse ausholen, die weiträumigkeit des gefühls. was mit marie von selber ging, nun muss ich es alleine leisten, sonst fehlt mir die luft zum atmen. es ist ein körper bedürfnis, hat mit dem stoffwechsel zu tun, der gehirnlüftung, dem bewegungsapparat, mit der blutzirkulation und sowieso der atmung. recht bedacht sind wir ganz eingebettet in die umgebung und überheben uns, wenn wirs vergessen.

also die weite: ich sehe mein leben nach vorne völlig offen, keine mauern links und rechts, keine verengung, ich gehe dem unbestimmten entgegen, dem möglichen und was ist es nicht, dem unwahrscheinlichen und unmöglichen auch gerne, dem grenzenlosen, sonst falle ich ins enge, atemlose, ins tote vor dem totsein. ich halte die metamorphose für ein gutes leben, sowieso: vor mir der horizont verschwimmt nun im dunst, die wolkdecke ist heller noch als vorhin, das licht wandert, in der hecke die vögel sind weggeflitzt, der wind hat sich gelegt, das gras noch regennass, im haus schritte, eine tür geht, ich hebe die tasse zum mund und trinke aus.

alles endet in jedem augenblick und setzt wieder neu ein.

 

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