fallen die wörter wie ein schwarm über mich her

man kann noch so viele wörter darauf häufen, eine abwesenheit ist eine abwesenheit.

niemand ist verreist, entschlafen, mehr oder weniger friedlich, es ist eine gestorben, eine ganz andere.

ihre anwesenheit gab sinn, motivation, freude, so hatte ich entschieden, nun, das merke ich, muss ich meine wörter zurücknehmen, denn sie ist nicht mehr hier und so freischwebend im raum ohne marie bringen sie mich langsam um.

die wörter, die ich lebte, wenden sich nun gegen mich.

sie sagt, so etwas hätte ich nie gewollt. wenn ich sage verlust, sie fehlt mir, ich vermisse sie, fallen die wörter wie ein schwarm über mich her. was ich erlebe ohne sie, sucht noch den adäquateren ausdruck, aber es ist ein mit ohne sie, das ist eingebaut in den kern von allem. und daran kommen die üblich gebrauchten klänge nicht heran, sie verpassen es ganz knapp; ich sage mir, es ist nicht ein leben ohne sie, sondern es ist eines mit ohne sie, eine leere im herzen, um die alles kreist.

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wenn ich sage, sie fehlt mir, so ist das nur das saloppe an der sprache, denn es ist genau so wahr wie la marie-salope m’a quitté und auch das beschreibt gar nichts.

ihr tod ist meine seelische störung, sie bringt meine idiosynkrasie zum vorschein, meine existenzängste, meine zweifel, ob mein dasein gerechtfertigt sei, ich komme mir nun  vor wie eine unregelmässigkeit, ein unfall, eine abérration (denn ich irre umher und finde, ja, was nicht).

aber auch das ist nicht die ganze wahrheit, marie hat durch ihre erscheinung die leere im zentrum für eine weile verdeckt, nun wird unter der trauerschicht sichbar, der riss war schon vorher da, nur schien er damals erträglicher. ich sah ihn nicht wirklich, ich sah vor allem marie.

marie machte das leben leicht. einfach nur, weil sie da war und wir redeten alles weniger schlimm, weil wir wörter fanden dafür, wir redeten es nicht weg, wir untersuchten die möglichkeit eines anderen.

aber das nichts im zentrum meiner miniaturgalaxie geht nicht weg mit beschwörenden formeln, ich werde mich daran gewöhnen müssen. mit ohne marie gibt ihm eine elegantere wendung.

sage ich doch, dass der riss in den dingen zugleich die möglichkeit ist, die das licht herein lässt?

Ein Gedanke zu “fallen die wörter wie ein schwarm über mich her

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