auf die schnauze fallen und aufstehn: immer wieder

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was kann einem noch helfen, trübe gedanken und noch einmal düstere gefühle, nur der regen heitert auf, das dickicht im abgedämpften licht, die nassen wege und schlüpfrigen pfade, fast kein mensch unterwegs, nur einer brettert schwerbereift über wald wege und freut sich manchmal, wenn er an der kehre neben dem morschen baumstamm diesmal nicht auf die schnauze fällt und sich leicht erschüttert aufsammelt, er ist  anfänger und hat noch einiges zu lernen. so rede ich mit mir, da habe ich die nasse fahrbahn zur stadt schon erreicht und trete kräftiger in die pedalen; ich fühle mich fûr eine weile lebendig und hechle etwas.

aber zuhause holt mich der gedanke ein, warum durftest du nicht mit ihr gehn, als sie ging, wir wären geflogen.

ich merke, die energie, die ich fûr uns beide aufgewendet habe, wird zerstörerisch, wenn ich nichts damit tue. deshalb brettere ich jetzt durch den wald, durch den wir so oft gewandert sind, nicht zu schnell, damit gutes reden möglich war oder schweigen. ich meine, deine fürsorglichkeit ist mir noch immer befehl, ich versuche niemanden zu erschrecken und stoppe, wenn ein hund mit seinem besitzer in der nähe ist, meist sage ich vorher laut entschuldigung, pardon und  artig guten tag. so erlange ich einen zustand von selbstvergessenheit, einer auf einem vtt, elektrisch unterstützt bis 25 kmh, meist strample ich ohne, es sei denn das beste ist schon aufgebraucht.

aus dritter hand habe ich die geschichte: ein älterer mann hat vor kurzem seine frau verloren und gefragt, wie er damit fertig werde, sagte er, es komme darauf an, sich nützlich zu machen, der begriff war usefullness und das heilmittel auch.

wie ich mich nützlich machen möchte? (das fragte ich mich, es gab mir einen stich)

die angst vor dem altwerden und sterben nimmt zu, ist es vermessen, dazu  beitragen zu wollen, dass sie abnimmt und an ihre stelle hoffnung tritt, lebensfreude und die energie, alle adversitäten zu überstehen, in würde (und lachend, wenigstens lächelnd) und wenn schon leiden, dann als produktivkraft.

frage mich keiner, wie man das zustande bringen könnte.

 

Ein Gedanke zu “auf die schnauze fallen und aufstehn: immer wieder

  1. Es wird dir kaum helfen, aber ist es nicht ganz wundervoll, dass ihr euch gefunden hattet und soviel Schönes gemeinsam erlebt habt? Ich versuche immer, für das vom Schicksal Erhaltene dankbar zu sein, anstatt mich über das vom Schicksal Genommene zu ärgern. Natürlich fällt man in ein Loch, natürlich ist man traurig, trauert man. Aber es hätte auch anders kommen können und du hättest sie nie kennen gelernt im Leben, sie nie getroffen auf dieser Welt. Und stell dir vor, du wärst vor ihr gegangen, hättest sie mit ihrem Scherz zurück gelassen. Denk immer dran: Dein Schmerz ist der Schmerz, den du für sie trägst. Ich reich dir die Hand aus der Ferne ..

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