automatische emotionserkennung

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heute ist so ein tag, da fange ich dreimal an und es ist nichts, es trifft nicht. löschen.

als ob man das leben löschen könnte, als könne es gelöscht werden, als gebe es ein unbedeutendes.

manchmal begegnen mir am bahnhof die tieferen gesichter, das grössere spezifische seelische gewicht. manchmal sind gesichter so rein, dass man weiss, genau dort ist auch die dunkle seite, man weiss es einfach. es schreckt nicht ab. manchmal, seltener allerdings, begegnet man menschen, die sind sich des dunklen bewusst. manchmal sieht man die pein. das unglück als gesicht oder die freude, die gefasstheit.

heute morgen, als ich von bedeutenden gedanken reden wollte, gerieten meine augen zu dem profilbild von marie auf dem regal und ich hörte sofort auf.

aber wenigstens dies: an der uni arbeiten sie in cooperation mit rtl an der automatischen emotionserkennung (im zuhörer feedback). so was macht mich sprachlos, ich weiss dann nicht, was ich denken soll, zum beispiel, gesichtserkennung mit automatischer emotionserkennung am bahnhof und anderswo kombiniert mit präventiver haft beim auftreten aggressiver emotionen und zutrittsverweigerung zur check-in zone am flughafen oder so. die gedanken gehen mit mir durch wie eine pferdeherde im stampede oder ein zug lemminge, die sich ins meer stürzen.

umsonst las ich in der physiognomie des interviewten professors. ich konnte dann auch nicht mehr weiterlesen, so aufgescheucht war ich von dem einen satz.

ich meine, wenn ich fremde anschaue, dann schaue ich denen ins gesicht, am besten in die augen, wenn es geht, wenigstens kurz, einen augenblick nur, ich will nicht intrusiv sein und lasse mich belehren. manchmal muss ich dicht machen, weil mir die schrecken eines lebens entgegen kommen. ich denke, automatische emotionserkennung, das passiert, wenn ich zugewandt schaue, jedes mal die erleuchtung eines dunkels, die erhellung einer sekunden begegnung. vielleicht sogar eine stimme an der ecke oder ein wütendes saxophon, ein bass, manche stimmen sind so scheu, so zart. im übrigen: automatische emotionserkennung, wie klingt das in meinen ohren, ich sags mir vor und empfinde: gewalt.

beruhigt hab ich mich immer noch nicht.

5 Gedanken zu “automatische emotionserkennung

      1. Du erinnerst mich an Hemingway, der sich auch immer als Macho gab und doch innerlich so verletzlich war .. Nur keinen an sich ranlassen. Na ja, ich bin ein Wanderer und muss weiter ziehen. Machs dann gut ..

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  1. Mir gefällt das, dass du dich gut auskennst mit Literatur. Geht ja alles zurück auf Edgar Allan Poe. Das Lesen ist eine Kunst, weil es Lesen und Lesen gibt. Du hast wohl gelesen. Und das ist gut. LG PP

    PS: Ich denk bei dir an Hemingway, weil der auch so auftrat als Macho und doch so weich war in seiner Seele. LG PP

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