heckenecke II

 

keine voreiligen schlüsse, keine beschwerden, keine klagen, aber morgens das erwachen hat einen beigeschmack von, was mache ich hier und einmal der gewisse eindruck, ich bin zuhause und beim zweiten wimpernschlag erst das erwachen am meer.

man kann sich hier verlieren, wäre nicht schon ein teil weg. man sieht den resten zu, wie sie davon flattern.

zwischen schwimmen und dösen, lange pausen von nichtstun. soll ich noch ein buch aufschlagen?

was ist melancholie? einige sind schon abgereist, darunter marie, pin und palme. und die frage, die mit der antwort hadert, sie ist zögernd gestellt, zweifelnd, und ich soll alleine da bleiben. selbst freundliche nähe hilft da nicht viel.

du ermahnst dich selber, du lässt dich ermahnen. aber melancholie, eine richtig solide, sitzt tiefer als du mit worten erreichst. lassitude. du stellst dir dies vor und jenes, das alles wäre zu tun und du tust nichts. oder nur widerwillig und du könntest hierhin und dorthin, es gibt hier tausend orte, die dir einmal teuer waren und nun? melancholie lähmt, schleppender schritt (noch nicht), aber die niederlage ins gesicht geritzt.

ich muss mich überwinden, eine schwere in allem, ein zögern, jedesmal ein widerstand zu überwinden, selbst bei dingen, die spass machen sollten.

war ich nicht doch immer so, am liebsten an meinem kleinen ort, höhle, refugium, schutzzone, baumhaus, aber nicht ganz glücklich damit, die neugier stärker als alles, und demnach hinaus und wenn ich das tue, verflattern vorbehalte und ängste.

presslufthammer, abgedämpft, von rechts, jemand bohrt sich in den felsigen grund hier und insistiert und insisitiert und nochmal. presslufthämmer lassen mich an zahnarzt denken.

die sonne verwandelt das meer in einen gleissenden fleck, eine elster keckert bald nah bald fern und eine andere antwortet, kindergeschrei von ganz unten, in der schulpause wie eine explosion von energie in gelächter und rufen.

dann besuch von handwerkern, die abflüsse werden kontrolliert,  lächeln, händeschütteln, erklärung des aufmarschs, ich bin noch im négligé, lassen sie sich nicht stören, ich lasse mich nicht und bitte um nachsicht für meinen pyjamaauftritt.

die brise versöhnt, die hitze septemberlich angemessen, das wasser anfänglich doch sehr kühl. aber ich kann es nicht lassen.

am nächtsen tag ist der himmel melancholisch verhangen, lange gespräche am frühstückstisch über trauma und vision eines angemessenen lebens.

was ist wirkliche anwesenheit.

 

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