lichtspitzen

 

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ganz hinten irgendwo in einem lichtstrahl, sie, wenn ich die augen schliesse, ich lasse mich auf spiele ein, springe von einer lichtinsel zur nächsten. heute morgen war es schon schweinekalt, dafür das licht klarer, eckiger, geometrischer als je und reiner. glasklar demnach alles?

Langsam, behutsam.

die augen hatte ich noch nicht auf, da spürte ich schon das licht, das auf mich zukommt, nein, warte, in dem ich bin. aufklarung in meinem bewusstsein, sodann erste schritte, noch zögernd, alles verschwommen noch, lichtflecken, der bekannte raum, die umgehung, elegant, aller hindernisse (wie ich doch aus erinnerung bestehe, wie meine gedanken springen von einem ufer zum andern, wie ich sonst leer bin, dazwischen meine ich).

das chaos breitet sich aus, wenn ich die treppen hiuntergehe, ich liebe treppen, endlose treppensteige nach unten, wird alles unbekannter und chaotischer (in mir, draussen ist es geordnet wie immer).

länger weiss ich nicht, was ich heute soll, ich könnte nach oben gehen, zurück, aber der zustand des flackerns, bewusstsein aus , dann ein, die schritte um dinge herum? nein, ich gehe weiter, steuere auf eine öffnung zu in der wand und stehe vor einem tisch, darauf töpfe, tassen und bald der duft von café, bald eine zeitung, der tag beginnt sich zu ordnen, keine ausflüchte, alles fest, deutlich, keine rückkehr zu ihr und sie steht ganz hinten im licht.

aber das begleitet mich nun, durch den tag und sonstwohin, keine ausflüchte vor den üblichen notwendigkeiten, der schwerkraft zum beispiel und ich möchte doch fliegen wie ehedem, dabei bin ich, ohne es zu merken, alt geworden, ein gesicht, das davon redet, der körper sagt es auch, er verlangt licht und ruhe, ja, er schreit: still. ich entferne mich von wahlplakaten und lächelnden gesichtern, die mich anstarren, aufdringlich, und die geschichten erst, die sie erzählen. weg von dem lärm der strasse, den unnötigen autos, wieso eigentlich kein postkutschentempo, wieso eigentlich weg vom körper in die technologie, die unsterblichkeit des wahnsinns.

im süden vier wolkentürmchen, so harmlos sie scheinen, sie lassen an deutliches denken und eine spitze, eine weisse spitze am blassblauen himmel, dieses herbstblassblau, das ich so liebe.

und dann zieht das flugzeug vorbei und ich denke an den süden, aber diesmal das meer. als sei ich dahin gerannt, meine sehnsucht jedenfalls, zu sitzen auf den steinen und das wellengeplätscher und in der ferne, die feine linie des horizonts, um diese zeit würde ich dort schwimmen, ich empfinde es als schweben, als fast schwereloses gleiten weg von allem in etwas, das ich noch gar nicht kenne. wie ich die alten entdecker beneide, immer weiter weg von allem bekannten in ein anderes licht.

so kehre ich doch zurück und schliesse die augen und das blassblaue herbstlicht in mir und erste schritte auf dem kalten stein und die kälte, die glasklare, weckt mich auf:

der alternative nobelpreis für baumerwecken und -pflanzen und menschenrechtsaktivismus in der diktatur.

 

2 Gedanken zu “lichtspitzen

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