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keine referenzen, kein geländer, on est suspendu dans un ailleurs, kein genau definierbarer kontext, im ungefähren, vagen, man rätselt, man fragt sich, von welchen schatten ist man umgeben, ist es eine heimsuchung aus der zukunft oder sind es einfach nur gespenster des vergangenen. es ist nicht einmal nachts, dass man schwebt, jedenfalls abhebt fûr eine weile wie in einem vakuum, am besten extraterrestrisch, also in einem traumareal, und selbst bei simplen verrichtungen wie vorsichtig die treppe vor dem haus hinuntergehen oder die zeitung aus dem briefkasten fischen, weil das schloss zugefroren ist oder beim ansetzen der espresso tasse und dem ersten schluck am morgen oder beim innehalten danach, wegen dem bitteren geschmack auf der zunge, hört man die stille. ein knacken irgendwo im haus macht sie noch hörbarer. ein sanftes rauschen und sonst ist es still, einfach nur still. und in der stille keine weiteren gedanken.

blass kalt der horizont und sonst ein sehr leichtes grau, fast eine antwort auf das weiss unten und der garten wirkt erstaunt.

es ist nicht einmal der schnee, der auch, man hat ihn herbei gewünscht, hat magische mittel eingesetzt, skrupellose rituale, abends, vor dem einschlafen, bitte herr und frau schnee, es ist vor allem die stille, in der alles geräusch so plastisch hervor tritt, auch das ganz unerwünschte.

anrufung: die stille überm land an einem samstagmorgen.

der schwarm stare am futterhaus. die spuren der katze im schnee. die zugefrorene dachluke. das vereiste fahrzeug vor der tür.

und wieder die stille. eine autosirene schrillt hinein und stoppt, abrupt.

die stille, vor allem die stille.

als käme alles zur ruhe.

da hinein kräht ein verspäterer hahn aus der kindheit herauf, tropft eine regenrinne, gleissen eiszapfen am schuppen, bellt in der ferne ein hund. dazwischen breitet sich eine stille aus, die nach innen treibt, in die dunkleren zimmer, in denen unerlöstes, groteskes haust.

der grosse vorteil des schnees: alles hässliche verschwindet.

die lautlose bewegung eines vogels in schwarzen ästen, betupft mit weiss, ein schwarzer fleck durchquert die baumkronen und verschwindet.

ich nehme mir vor, musik zu hören, aber die vorstellung kapituliert vor der stille. nichts lautes bitte.

gestern abend die kinder verliessen den kleinen hang neben den häusern erst, als die dämmerung kam.

man lauscht auf die hausmusik, singende heizungsrohre, die wasserleitung rauscht fern.

les immobiles du jardin. arrêt sur image. mit dem bild könnte man gehen.

aber man lebt. denkt plötzlich in die stille hinein, kein vergleich, nur ein sprung in eine verschiedene realität, wie die heutigen lieferketten ihren anfangsort verbergen, zudecken, herkunftsbezeichnungen sehr vage, ein land, nicht einmal eine region, ein ort, keine spur von produktionsbedingungen und sonstigen fussabdrücken, keine spur der beteiligten menschen, keine gesichter, keine freuden, kein leiden, keine anderen leben, alles magisch verwandelt in ein abgepacktes produkt, abstrakt, dem Nichts entnommen wie in einem tour de passe-passe, legerdemain, kapitalistische verwertung als transsubstantiation, in der zweifelhafte ursprünge verschwinden und folgen verwandelt sind in glattes, glänzendes.

wie schnee, denke ich, aber schwarz. (also doch eine art vergleich)

das zu den befindlichkeiten.

ansonsten? spielt das „panikorchester“ das immergleiche stück „overkill medial“.

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