Aufbruch

nun kommen andere zeiten, nun riecht der sommer nach regen und ein wenig schon nach herbst. der himmel ist grau und einige blaue flecken und die kühle erst, die erinnert an die sehr heissen tage.

vom sein kann nicht gesprochen werden, vom werden hingegen schon. manchmal unmerklich, manchmal sprunghaft. manchmal entsteht so das gefühl, ich bin gar nicht da oder doch nur ein traum. man lebt in provisorien, kaum hier, geht es weiter nach schon dort. und das hier wird blasser, undeutlicher, es ist noch meine umgebung, fast noch und schon ist sie weg.

ich rede nicht nur von umzug und verreisen, ich rede von der reise, die man selber ist. vielleicht lassen sich sogar festere fluchtlinien ausmachen, muster auf jeden fall, aber es ist ein aufbruch, schon der tag ist eine wanderung wenigstens, eine recht ungefähre und daraus macht man dann: das ist mein leben, oder weiter noch: das bin ich. und nichts ist ungewisser als das.

erwachen, langsam als bewusstsein im körper auftauchen, fragen, wann aufstehn, sofort oder noch ein wenig in dieser wohligen zwischenwelt weilen, dann schon energischer, decke umschlagen, füsse auf den boden, aufrichten, erste schritte, erste gewissheiten, morgentoilette, café brauen, ein wenig aufräumen, wischen, katzen füttern, irgendein viech hat in den katzenteller draussen geschissen, die konkurrenz, es sieht nicht nach fuchs aus, oder ist es ein protest, jedenfalls den dreck beseitigen, danach wegen dem festtag keine papierzeitung, hingegen online gazetten, skandale, die sogenannte prominenz, wenig besonderes und nichts herausragendes, das übliche, das banale, gewöhnlich ist noch auffallend dagegen, gelangweiltes weiter, café trinken: ein tageshoch und ein wenig schreiben, nichts bedeutendes.

was ich sagen will, bin ich das? dieses hin und her, nun dies, dann das und schliesslich jenes. jedenfalls vom bewusstsein begleitet, meistens würde ich sagen, einiges geht auch ohne, so nebenbei, so mit links.

schauen, über die stadt, in die wolkendecke, zu den baumkronen hin, spüren, die luft, die kühle, hören, das rauschen. langsam, merke ich, entstehe ich daran, bekomme eine morgenkontur, und gleichzeitig die tiefe melancholie, wenigstens hilft sie sortieren, ist das wichtig, richtig wichtig oder wieder nur eine miniprotuberanz im laufe der ereignisse, des tages, der woche.

das beste ist noch die Fantasie, wenn man sich ein längeres gedankenspiel (es gibt auf dem gebiet mehrere meister) zusammen fantasiert, manchmal mehr fantasie als gedacht. das spiel mit alternativen, möglichkeiten. verrammelt man türen, wenn man möglichkeiten ausschliesst.

ich zum beispiel ist ein prozess. ichsagen also eine fähigkeit des körpers. das ist oft als substantiell verstanden worden.

ich sehe darin eine möglichkeit, vom ich sagen zum ich werden. wobei man immer das ist, was man gerade tut, also ich soeben ein schreibender, zugleich ein café trinkender, ein tastaturenhauer, ein fenstergucker, ein autorauschen hörender, sehr selten übrigens heute, nichts umwerfendes, aber ich, was sonst. aber ich bestehe nicht drauf.

und dann die rabenkrähen, besonders laut und unverschämt grell heute.

und erst die doppelte wolkendecke, schäfchenwolken zuoberst und darunter vom wind angetriebene kolosse, die ziehn und ziehn unaufhaltsam.

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