„le reste du monde / le monde d’après„, 3 tomes,bande dessinée apocalyptique, je ne voudrais pas être de ceux-lä qui survivent dans des conditions atroces.
das sage ich laut in den raum hinein und der blick in den blauen himmel mit wolkenrand ist eine reine erleichterung.
noch läuft alles „normal“, man freut sich, man isst, man redet, draussen ist es nun heller, ein gran optimismus ist willkommen. es gibt keinen escape pod richtung mars und wenn es ihn gäbe, dort möchte ich nicht leben. die käseglocke von lu reicht mir vollkommen.
aber heute: keine beschwerden, keine lästereien, keine reaktionäre hargne, der rauch aus dem schornstein folgt folgsam dem wind und der entfernt die wolken und die nacht war ein holpriger weg, noch durchgeschüttelt bin ich und nicht gerade frisch, aber die stimmung hat sich etwas gehoben, was so eine katastrophendarstellung doch bewirkt.
jemand hat mir den Kontertenor Philippe Jaroussky ans Herz gelegt, die stimme ist verstörend schön, Benedetto Ferrari, Musiche varie a voce sola, sie schwebt sanft und erhaben über eindrücken einer unvorstellbaren zerstörung, ziehe ich mir sowas an. sind das innere bilder, ohne zweifel, ich folge einer spur und nun stehe ich vor mir selber. aber es gibt auch die ungeteilte freude an dem weiss gesprenkelten blau, ich muss keine stimmung erfinden.
manchmal wünsche ich mir eine sprache, die nicht sagt du hier und die dinge dort, wie diese stimme im raum und sie verwirrt die genres, sondern nur das hören ohne hörer, ohne „ich“, und das blau reines sehen, sonst nichts in sicht.
und im anschluss : noch mehr reden, lesen, in sozialen medien ganz verschwinden
SICH IN DEN ANDERN ERKENNEN?
WENN MAN NICHT AUFPASST, WIRD DIESER SATZ DURCH FB UND INSTAGRAM, TWITTER, WAS AUCH IMMER, ZUR absurden FARCE, DENN DORT SIEHST DU AUF EINMAL WIE gestreut AUS, tausend SPLITTER, BELIEBIGe und beliebig ANZUORDNEN, keine erkennbare ordnung, DU ZERSPRINGST IN HUNDERTTAUSEND facetten und verschwindest darin, verloren, verschollen im nichtssagenden, denn sofort, bevor du es ganz gelesen, hinlänglich betrachtet hast, ist es schon überholt, du bist und wirst überholt und bist schon wieder ganz anders, aber unkenntlich, bist du das oder jenes oder doch …,
es flimmert, bist du noch mehr als ein flimmern.
das ist ein anderes verschwinden als im sommer in der hitze am meer und du breitest dich aus bis zum horizont, du weitest dich, du wirst zum panorama, halb träumend.
hier wirst du elektrisch automatisch und irrst in langen fluchten, durch endlose korridore, türen überall (und dahinter nichts ausser weiteren türen) du jagst hinterher und kriegst nichts zu fassen. du erkennst dich nicht mehr, zerbröselt, gibt es dich überhaupt noch. ein albtraum gewissermassen.
ausser atem, schnappatmung.
ich fühle mich hinterher nicht nur leer, überfüllt, aber leer, vor allem entsteht das gefühl, mich gerade wieder verpasst zu haben, immerhin luge ich noch durch etliche lücken herein und sei es auch nur in dem frustrierten ton, in dem ich anschliessend darüber rede.
in wirklichkeit rede nicht ich, sondern die zerstreuung, die auflösung ins beliebige.
kein focus, kein ich.
meine eltern hatten keinen fernseher bis ende der siebziger, das reden drehte sich um alltägliche dinge oder um schule, der vater idealisierte schule und uni, auf die er gerne gegangen wäre, er war auf details gespannt, die man sich als junger nicht gerne entlocken liess, das leben drehte sich um realien, fernsehsendungen in schwarzweiss gab es, sehr selten, in der kneipe nebenan, doch die kneipenbesucher waren noch mehr am gespräch interessiert als am glotzen und in der kindheit gab es gelegentlich den sandmann bei einer freundin. die natur war so beeindruckend, dass blosse bilder und wenn sie auch liefen nicht dagegen ankamen und die fernseheindrücke waren einsprengsel, bedenkenswerte, aber sie überfuteten nichts, sie waren noch nicht so aufdringlich eindringlich. man bekam die leute noch mit, später musste man sie hinter wiedergaben von fernsehgeschichten mühsamer erraten, sie waren sozusagen allgemein geworden, das besondere, und betreffe es auch das banale, das übliche, den alltag und die einfachen befindlichkeiten, schien sich langsam zu entziehen. ich erinnere mich noch an meine irritation, wenn jemand von seinem fernsehabend berichtete, im fernsehen haben sie gesagt …
nun ist alles so? nur noch dies und das und jenes und immer bist du zu spät, jetzt hast du aufgeschlossen, sagt mein instagram account und ich hänge in diffusen eindrücken, kein einziges foto von minimalisten, die ich mag, habe ich ausführlich betrachtet. ich merke es an meiner hast. an meiner ungeduld, meiner irritation.
und weiter, und noch mehr.
beim lesen und schreiben hingegen die gegenteilige erfahrung, focus, versammlung des zerstreuten, es erscheint wieder so etwas wie ich, ein gefühlter halt, nur ganz am rande das nagende, etwas zu verpassen, abgehängt zu werden. aber keiner kann sagen, wohin der zug fährt, manchmal vermute ich, wir sind schon in dürrenmatts tunnel verschwunden, auf einige zeit schon.
es gibt noch jemand, der weiss, was er will. oder hat er es schon vergessen.
immerhin, ich folge ein paar blogs, die ich lese, meist ausführlichere sachen, wie den hier angeführten, und ich merke dann meine anfängliche ungeduld, ich bin schon so eingestimmt auf das hastige checken von bildern und textfluchten und die nächste und was jetzt, schon so gewöhnt an das kurze schreiende, in schneller abfolge, dass ich mich bewusst einstimmen muss, die hast herunterschalten auf sorgfältiges bedächtiges einlassendes lesen. das sich lohnt. bis ich weiss, ich verpasse nichts, ICH LESE.
was will ich wissen und lesen.
eine längere buchlektüre, die braucht zeit, schon das hinsetzen ist behäbiger, ich sage nicht behäbig, in der vorfreude, im betrachten des umschlags, wenigstens kurz, das aufschlagen sodann, den anschluss finden und sich erinnern an das schon gelesene, das eintauchen in eine welt von differenzierten eindrücken, sehen, hören, gelegentlich schmecken, es gibt tatsächlich einen kulinarischen aspekt des lesens, man nimmt etwas in sich hinein, immerhin ein intimer vorgang, man schaut nicht nur in die welt eines anderen ichs, man richtet sich dort ein für eine weile ein, manchmal wird man verscheucht oder verzieht sich.
was will ich.
2 erinnern
damals, gestern, vorgestern, so sagt man und meint jetzt, weiter im raum entfernt steht ein stuhl, darauf sitzt sie und redet, um den tisch leute, zugewandte gesichter.
und sofort jenes andere bild, sie sitzt auf dem sofa, in ihrer ecke, und vor sich das ipad und konzentriert, so konzentriert, dass sie mich fast nicht eintreten hört und hallo, zerstreut, absorbiert, und ich betrachte sie ausführlich dabei, sie lässt sich nicht ablenken.
überhaupt erlebe ich sie konzentriert, focussiert, deutlich.
oder sehe ich nur meine eigene konzentration, alles sonstige nebengeschäft, zwar nicht unbedeutend, aber in ihrer anwesenheit abfallend in der gewichtung oder nur wichtig, hauptsächlich, auf sie hin orientiert, auf ihre anwesenheit.
nachträglich wird es sichtbar, erlebbar, für mich. ich erkenne die linie nicht mehr, nicht mehr so gut, nicht mehr so schnell, das jeweilige gewicht, die notwendige abfolge.
abends ist zwar einiges gemacht, aber es ist nicht so genau erkennbar, wie wichtig es ist, sagen wir, für den tagesablauf, die notwendigkeiten, sagen wir im hinblick auf rechnungen, die unbezahlt bleiben und sie betreffen so elementares wie gas, elektrizität und wasser. ich weiss, wie elementar es tatsächlich ist, wenn es fehlt, ich vergesse es nicht, ich ignoriere es, als sei eine skala, ein mass verloren.
der andere ist ein rhythmus, ein paradigma, an dem ich alles messe, eine regel, was ist wichtig und was weniger.
ist das eine erinnerung oder ein fehlen und nun erinnere ich mich mühsam daran, was eine bedeutung hat und welche.
erinnern tu ich mich an einzelheiten, wie sie etwa sagt, darf ich probieren und ohne die antwort abzuwarten hat sie den bissen schon auf der gabel und die zum mund geführt und erst jetzt sage ich ja und lache.
teilen ist der oberbegriff.
und was ist allein?
in der erinnerung gibt es die geheime kammer, du schaust hin und wenn deine augen nicht mehr glänzen, dann öffnet sich keine tür.
„wenn jemand mich fragte, wer war sie, ich würde kein wort sagen.“ – ich selber, jetzt
im allgemeinen trage ich ein sehr allgemeines bild von ihr herum, frag mich keiner nach einzelnem, wie sie ging, wie sie redete, wie sie sich durchs haar strich, wie sie sich setzte oder wie sie aufstand.
das wie ist geheim.
fotos von ihr erstaunen mich, so wie jetzt haben sie noch nie erzählt.
ich habe alles/vieles verkehrt gesehen, auf dem kopf, nun kommt es auf die füsse, rückt sich von selber zurecht.
„so war das also. so war sie also.“
ich müsste sagen, so ist das also.
im ende erkenne ich den anfang, das, was ein leben aufzehrt, was an ihm nagt, eine art des leidens und der freude, eine begabung dafür, eine bestimmtheit und eine bestimmung, die sich im sterben und im tod offenbart.
in der stille, die nun eingekehrt ist.
in der erinnerung ist immer noch ihre stimme, es war deswegen nie ganz still, die möglichkeit, dass sie spricht, war anwesend, deshalb ist die stille abgeflacht, nicht mehr voller erwartung (ich hörte sie gerne reden)?
die stille selber ist nun eine erinnerung: an ein nichtmehr. nun ist sie damit geladen.
im erinnerungsraum höre ich ein entferntes flüstern, eine stimme, die sich entfernt, bis sie unhörbar ist.
3 was ist erinnerung?
vergessen, erinnern, die hellen tage mit marie am meer, marie reisefertig vor der tür und ich zögerlich, kaum weg bekomme ich schon heimweh und auch das, dieses so bekannte gefühl sucht mich jeden tag auf und ich lebe im exil. ein untergegangener kontinent, eine verschollene insel. sie haben sich vor meinen augen aufgelöst, aber auf der inneren karte sind sie fest verzeichnet. sagt man das nicht immer von erinnerungen, fest in unserem herzen, unvergesslich und schon, wenn man den friedhof verlässt, weiss man nicht mehr, wen man zurück gelassen hat. diese angst.
aber auch das gefühl beim betrachten von fotos mit ihr, nicht bloss eine ahnung wie sie war in corpore, nein, die illusion, so prall, so voll, so ganz berührbar sei sie noch, gerade dort um die ecke und eine einzelheit vergessen wie ein verrat.
erinnerung ist erratisch, provisorisch, geh weiter in den raum hinein und du findest sie, gebückt über ein buch, nestelnd an einem kleid und eine frage an dich, du kommst von weit.
aber woher komme ich eigentlich, in wartestellung bin ich, ich warte auf nichts besonderes, aber ich warte, als werde alles wieder so, wie es war, als sie die tür aufmachte und ich hörte ihr hin und her im flur, den mantel auf den bügel, die schuhe ins fach, die tasche an ihren ort und: ich bin wieder da. das sind keine träume, nicht einmal wachträume, es sind einsprengsel in das übliche, das aufstehn und ein innehalten plötzlich, oder beim blick aus dem fenster in den garten. eine färbung, ein ton, manchmal einfach nur eine oberfläche, die lücken im rasen noch von dem letzten sommer.
dann kommt hinzu: sie ist nie zuverlässig, wenn ich es recht bedenke, fliessen in dem inneren bild die frühesten zeiten mit späteren zusammen, gerade jetzt kommt sie sehr jung auf mich zu und ich erblicke gleichzeitig zimmer, möbel, aber die schon wieder aus einer anderen zeit. und immer rätsle ich, wer war es, der eben noch neben mir sass und fragte, du bist so still oder war sie es, die still war, und ich fragte.
es ist immer ein verlorenes paradies, ein goldenes zeitalter. selbst wenn es war wie das jetzt, also gemischt mit dem allerhand des üblichen.
manchmal halte ich gar nichts von erinnerung, ich gehe über die strasse und tue so, als sei alles normal, als käme ich gleich nachhause und sie … in einem der zimmer ist sie bestimmt.
ohne erinnerung ist angst.
erinnerung ist nicht nur bild, film, abfolge.
ich war kurz weg, eine besorgung zum beispiel, es könnte aber auch die rückkehr von einer reise sein, du kehrst nicht an einen ort zurück, aber in das sichere gefühl, es wartet jemand auf dich und wenn er auch nicht wartet, so ist er doch da.
erinnerung funktioniert schlecht mit mangel, sie fehlt mir ist kein erinnerungssatz, darin entfernt sie sich sehr schnell und entzieht sich am ende ganz. ich weiss das ziemlich bestimmt.
abwesenheit, das denken davon, aber auch das einfache gefühl der leeren stelle ist hingegen erinnerungsafin.
manchmal bin ich selber nur erinnerung, als habe es einmal einen anderen gegeben. das ist das resultat des sich erinnerns an sie.
erinnern ist nicht so sehr ein denken an, es ist ein gewahrwerden im gleichen raum. auch wenn es räumlich weiter weg ist.
ich warte, aber auf nichts bestimmtes, ich halte den atem an, um besser zu hören.
es ist nicht jetziges leben, aber es ist ein zweites, ein paralleles. in dem einen bin ich still, rede ich, sitze ich, fahre ich mir mit der hand durchs haar, in dem andern bin ich ein horchen, schritte, ob sie näher kommt.
wenn ich sage raum, gäbe es ihn nicht, würde ich ihn schaffen, ihn ins wirkliche denken und sie dorthin einladen, ein raum so gedacht, dass sie ihn betreten kann. manchmal frage ich mich, war er schon immer da oder habe ich ihn erfunden und erforsche ihn nun, gestalte ihn aus, ist er so, dass es sich für sie lohnt. einladen heisst vorkehrungen treffen.,
deshalb schaut sie auf fotos so lebendig aus. ich weiss, es hat mit meinem schauen zu tun, aber nun schaut sie auch zurück, aber nicht wie man eben so schaut, soeben, sondern ihr leben sieht mich an und es hat viele gesichter.
als zeige sich nun ein ergebnis, eine summe. also etwas unbekanntes. neues. kein bloss subjektives, weil es sich mir zeigt, nein, etwas objektives.
mit Subutex 3 (V.D. lockt einen gerne auf abwege und bist du erst im hinterhalt, dann bist du verloren) eine (zumindest am anfang angenehme) lesenacht, aber, wie gesagt, immer drauf gefasst, dass du in was hinein gerätst, das gar nicht so lieblich ist, und die geschichte von vero, einer ex lehrerin, die im suff ihrem vorgesetzten einen tollen brief schreibt, mit allem, was sie dem typen schon immer sagen wollte, und dann rausfliegt. (spoiler alarm). das sage ich neidlos, ich habe die passage bewundert, die bemerkungen über vorgesetzte trafen bei mir einen sensiblen nerv und auch wenn es gelegentlich richtig weh tut, ich bin hingerissen von dieser direktheit, keine langen umschweife, eine watsche und die sitzt. und sie teilt einige aus. (vero (die beschreibung) erinnert mich an die alkoholiker bei Frank Schulz, Ouzo Orakel und ähnliches)
gleichzeitig Eiscafé Europa von Enis Maci, sie ist mit den Mitwisser n bekannt geworden und eine wucht. die essays: ich bin hingerissen und sage gar nichts darüber. nur soviel: wie sie schreibt, mich zieht das hinein und ich habe doch noch mehrere andere eisen im feuer und das angelesene, noch nicht gelesene stapelt sich.
wie lebt es sich mit buchmenschen, erfundenen, und autorinnen und von allen habe ich nur das geschriebene? die frage am frühen morgen, inzwischen erspüre ich klimatische variationen mit nackten füssen, noch im einviertelschlaf an den briefkasten und ich schwanke zwischen weiterlesen und hinausgehen in das nasskalte (schweinewetter wollte ich sagen und bin dann in einer meditation über den ausdruck hängen geblieben).
bei Enis Maci der begriff widerstand und ich drifte ab, selbst wenn ich nur noch einen tag hätte, was neues anfangen, widerstand gegen die resignation. (die doch auch vorhandene lust, aufzugeben, sich tot zu stellen vor dem abgang. manchmal stelle ich mir vor, ich erfinde noch ein paar rituale, die den tag ausfüllen und ziehe sie jeden tag durch, kein raum für irgendeinen neuen gedanken und nur routine, bis ich ganz ausgetrocknet bin?)
deshalb die vorfreude auf das schweine wetter, die feuchte kalte luft, den regen, die nässe auf baumstrünken und gehsteigen, ich werde so tun, als strebe ich eilig einem ziel entgegen (überhaupt: ziele setzen, die richtige verfassung dazu erfinden, sich ins ziel hinein locken lassen (die rabenkrähe im tiefflug überm dach ist offensichtlich mit mir einverstanden)). ich bin auf seltsame beggnungen gefasst, die meisten leute sind, wenn man das oberflächlich-glatte einmal weglässt, mit ihren geschichten und individuellen prägungen immer interessant. meist ist es nicht einmal das, was sie sagen, sondern was sich darin ausdrückt, beweggründe, motive, seinsformen tout court. das hilft missverständnissen auszuweichen.
ansonsten ein satz, den ich mag: „Qu’on est les locataires des situations, jamais les propriétaires.“ (Virginie Despentes, Vernon Subutex 3). woran ich dabei denke, ist kein rätsel, aber der ausweis für diesen blog: ich packe karten in umschläge, darauf marie, ein kurzer text, den ich vor ein paar monaten gecshrieben habe, hier ein foto davon, zu ihrem gedenken.
grummelig, grantig: identitätsspiele: faute de mieux, man hat keine identität, ausser dem üblichen, ein paar banalitäten, einige vorlieben und abneigungen, selbstverständlich, meist weiss man genauer, was und wen man nicht mag, als wen man schätzt und was man will: das übliche. die öffentlichen identitätsangebote in warenhäusern, fernsehsendungen und sozialen medien, was für ein begriff, daneben noch, lieber „belsch plaasch“ als „koot dazür“ oder lieber doch ganz weit weg? und wenn man kritisch ist und sich gerne öffentlich aufregt, irgendeinen dumbass, „trëllert“, tolpatsch, der sich mit unzumutbarem outet, findet man immer. umgekehrt, wenn man unbedingt aufsehen erregen will, um jeden preis, irgendeinen scheiss, von dem man weiss, er wird ein aufschrein verursachen und die wellen schlagen hoch, für einen tag oder mehrere, bis der aufschrei seine runde gemacht und verebbt, bis zum nächsten.
vor allem die frage (selbstkritisch): bin ich auch nur um einen deut besser?
man läuft immer irgendwas hinterher?
ich zum beispiel, interessanten gesichtern, meinetwegen die geburtsdaten fantasie, aber das leben darin.
vergebens oder umständlicher allerdings verläuft die suche nach „positiven“ meldungen, berichten über gelungenes, konstruktives, am ehesten findet sich das noch unter der rubrik kultur, wie heute morgen, die üblichen gesichter, die üblichen desolaten äusserungen, politik hat mehr mit sagen als mit tun zu tun, der rest ist wirtschaft und die läuft, wie üblich.
neuerdings was für die „seele“, freunde seien wichtig für das wohlbefinden, vorgestern gab es zwei seiten ichweissnichtmehrwas und mitten im winter ein wintereinbruch und in island zwanzig grad, angeblich, in griechenland eine weisse decke und hier? irgendwo schaufeln sie schnee und reisende stecken fest: das muss doch spannend sein, endlich passiert was und nicht nur ein riss im strumpf oder ein klecks auf der krawatte.
was ich habe? was mich heute angeht?
beim allmorgendlichen zeitunglesen, ich hole sie noch selber vom briefkasten ab (auch das wie üblich), heute morgen mit nackten füssen (ein spleen wie ein anderer) auf dem von der letzten streu auf schnee körnigen boden und kalt sind sie schon die steine, aber das gehört zum aufwachenwollen wie das langsame vortasten über zeitungsseiten in die welt, während die cafétasse zum mund wandert, der sich wundert und feixt, der premier minister beim aufschlagen eines dossiers.
es ist januar und nichts los, ausser ungebauten texmex mauern und treinens koranübersetzung in das lu-idiom kommt zu ehren.
ich kapituliere und schreibe seichtes zeug auf, das ich mich gar nicht zu veröffentlichen traue.
die tage im januar ohne marie sind irgendwie leer und manchmal ist es ohne sie zu still und mir fällt nichts ein, so ganz ohne sie. und die lektüre im Vernon Subutex, dem letzten band macht es auch nicht besser.
des journées moroses. keine gelesenen sexszenen, bei denen mir kalt wird. keine äusserungen über alte männer im Subutex 1, den ich gestern wieder aufgeschlagen habe, nicht zu meinem vorteil, aber immerhin ein masochistisches grinsen, halbwegs gelungen, daneben altersnostalgie und melancholie zuhauf.
wir hatten uns vorgestellt zusammen alt zu werden und nun das, wie sage ich immer, es ist gar nicht lustig.
heute morgen verordne ich mir eine dosis optimismus, positiver gestimmtheit und fasse den unerledigten haufen papiere auf meinem schreibtisch ins auge, ich habe ihn wochenlang mühsam übersehen, wie wäre es mit einer mutigen tat, rechnungen bezahlen (sonst wird das telefon abgestellt (eine offizielle drohung) und das internet mit (eine erholsame vorstellung) und formulare ausfüllen, danach der aufrechte gang zur post und ein kurzer blick in den shop voller bd’s zur belohnung?
und nun erst die erinnerung an den gestrigen gang vom bahnhof her über den boulevard und körniges jagt dir der eisige wind ins gesicht, der slalom um eilige in der anderen richtung, das lärmen der autos und busse und plötzlich die unerhörte stille unter der brücke, das eintauchen in das frühabendliche zwielicht des parks und vor dem dunkel schimmernden teich eine kohorte von qietschenden vögeln und das gehen erst und die beschleunigung auf der geraden auf dem weg nachhause.
eigentlich habe ich mir geschworen, vor allem frauen zu lesen, aber dann debattieren ausgerechnet die frauen wie wild, façon de parler, über das neue buch von h. (ich mache ungern reklame und der sorgt selber dafür mit seltsamen ausfällen) und soll man es lesen, nicht lesen, ich habe es angelesen und bin schon über die serotonin geschichte gestolpert, die ein wissenschaftliches schwarzes loch ist.
ich frage mich seit gestern, warum ich nicht in das gespräch einsteige. habe ich angst vor frauenwatschen, aber nein, sage ich mir dann, das kann erfrischend sein.
wenn ich mich beteiligen würde, was würde ich sagen?
„männer ticken einfach einfacher.“ (fussnote 1)
wie bei h.? das innenleben einer mülltonne, aber belesen, aber immer die gleichen fantasmen, aber neoliberalkritisch, die aprikosen der picardie, soweit bin ich nämlich in der lektüre gekommen. gleich nach dem erwerb des buches war ich zum essen nebenan in die traditionskonditorei auf abruf, en déclin, aber charmant und sagte mir, wenn schon baufällig, muss das so eng sein, so fantasielos, so armselig und überhaupt verbitte ich mir solche verallgemeinerungen „die männer“. sind alle männer sediert? muss sowas wie sensibilität und empathie erst erfunden werden?
das ist keine selbstreklame.
H. hat sich ja mal als entführten filmisch inszeniert, das war noch irgendwie lustig und damals schon kam es mir vor, als räche der gute mann sich für sein aussehen an seinen lesern/zuschauern (ironisch natürlich, sehr ironisch) und ich glaube, er thematisiert das auch irgendwo oder doch nicht, ist solche selbstreflexion, solch schonungslose, nur bei Virginie Despentes zu haben? (fussnote 2) von ihr lasse ich mich übrigens gerne abwatschen und wenn schon baufälliges, dann den „Vernon Subutex“ doch lieber als diesen verdünnten „männlichen aufguss“ von h., ich möchte nicht deutlicher werden.
gut, Virginie Despentes hat mit zipfelträgern nichts am hut, wenn ich den rezensionen von h.s neuestem erzeugnis vertrauen darf, ich habe eindeutig zu viel davon gelesen, kann ich das auch verstehn und ich schliesse mich dem satz aus der nzz an, man muss das buch nicht lesen.
bleiben die männer. es gibt gewiss eine menge macho jerks, die sind nun in der evolutionskrise, ich merke es auch an mir selber, aber soweit ich gelesen habe, gibt es auch andere männliche verfassungen. was h. darstellt ist sozusagen die deprimierende endphase, neubeginn fängt immer mit dem tod an.
fussnote 1: liebe M. T., ich hoffe du verzeihst mir die verletzung des copyrights.
fussnote 2: siehe den anfang der King Kong Theorie, Virginie Despentes
der himmel ist milchig, er redet vom regen heute nacht, ich vermute marie z. hatte den geschickt, nur für mich das leise trommeln auf dem dach, damit ich mich doch noch geborgen fühle.
ich erinnerte mich dann auch, weil ich mich schon in ein von anfang an verlorenes gefecht stürzen wollte, was sie in solchen fällen sagte, wenn du die argumente des andern angreifst (sie sind austauschbar, man kann ihnen weitere zur seite stellen, gegensätzliche) bestärkst du ihn nur. also frieden, ich spiele bei dem spiel nicht mit: so bin ich heute morgen erwacht, apaisé.
der raum, in dem ich mit marie rede, ist ein geistiger raum, man könnte auch sagen ein gedanklicher, eine gefühlsgedankenraum, herzlich (auch wenn ich manchmal wütend werde, weil ich hilflos bin).
dieser raum ist keine feste angelegenheit, er erweitert sich (ich bin traurig, aber gefasster, die fassung verliert sich gelegentlich, das heisst oft und ich höre dann, ganz marie z. mässig, pass gut auf dich auf, nimm es nicht zu schwer. dann stelle ich mir vor, wie ein gläubiges kind, dort, wo sie sich jetzt aufhält, hat sie es leicht) und verändert sich dementsprechend, er ist in wirklichkeit eine flucht von räumen, in denen ich mich häuslich einzurichten beginne, ich gebe zu, manchmal bin ich ein ungeschickter anfänger. habe ich heute schon festgestellt, was ich wäre ohne marie z. (hätte ich sie nie gekannt): verschollen, und nun: verloren und langsam finde ich mich wieder.
die welt ist dort durchlässig.
habe ich schon gesagt, dass marie z. mich ins leben schubst.
ohne sie hätte ich nicht ernsthaft angefangen zu schreiben.
als angenehme pflicht.
marie z. hält mich nicht vom leben ab. nur am anfang, lange zeit also, hatte ich eine unbändige lust ihr zu folgen und tot zu sein. aber das hätte sie mir nie verziehen, das weiss ich genau. wer richtet mich morgens auf, die treppe hiunter gehn und café machen ist eine gedenkfeier.
warum schreiben leute? schreib es auf, ich rufe marie nicht als zeugen auf, seltsamerweise höre ich es anders, als frage, was kann ich noch für dich tun, sehr lange, sehr reiflich überlegt, und die antwort, schreib es auf, erzähl die geschichten, wie wir lachten und weinten, und die versöhnung mit allem, dem tod zum beispiel, dem sterben, das einverständnis mit dem skandal. und das als interne befragung: immer wieder. und kein generalverdacht gegen irgendjemand.
aber alles sehr provisorisch, keine verkündigungen, nichts apodiktisches, eindrücke, vorläufige, immer vorläufige.
wie sagte jüngst einer, er ist über achzig, ich verstehe es nicht.
aber aufhören es verstehen zu wollen, niemals.
inzwischen nach dem roten, dem schreienden zimmer der schrecken und leidenschaften, das weisse, das grüne und blaue, der geistige raum ist entgegen landläufigen vorstellungen in farbe und mehrdimensional und mit dem fortschreiten wird es kühler und friedlicher. gestern abend bin ich urplötzlich, für mich selber ein schock, in tränen ausgebrochen, weil mir der verlust so klar und deutlich, fast kühl entgegen kam.
abtauchen in die unsichtbarkeit, so ist das alt werden, so beobachte ich es; nur in der nähe der kirche treffe ich manchmal ein paar alte an, oft frauen, sie machen sich diskret, tragen gedeckte farben, grau, schwarz, dunkelbraun, kaum farbiges, unauffâllig, es gibt nur wenige ausnahmen. in der stadt das gleiche, wenn man welche antrifft, dann eher in der nähe des altersheims, in der traditonskonditorei, jüngere sagen, dort rieche es schon nach alten leuten. tatsächlich liegt über allem eine fast herzzerreissende nostalgie, ein es war einmal und die zukunftsaussichten sind nicht rosig. ich mag diese untergangsstimmung, dieses, es wird nie mehr so sein; dort scheinen die alten munterer, die frauen an erster stelle, die männer schneiden schlurfend schlechter ab, gebrochen irgendwie, ils traînent les pieds, als sei ihnen der sinn abhanden gekommen und der ausgang zu nah. sonst aber, kein alter in sicht, kein auffälliger wie jüngst auf den porträts in einem artikel des guardian, dessen referenz ich hierher setze, es geht um sichtbarkeit im alter, noch in frage kommen, weil man es selber will, gegen den trend demnach. dem alter wird nichts mehr zugemutet, nichts positives jedenfalls, also eigener wert, nur jetzt mögliche erfahrung aufgrund von vorhergehender reicher lebenserfahrung, keine besondere erkenntnis sowieso, die jüngeren wissen es schon längst, aber sie haben eine vision des alters im nacken, die nicht erheiternd ist.
der hilsenrath ist gestorben, man setzt des weisshaarigen bild her, das wars, man fragt nicht, wieso alter nur noch eine bilanzsumme ist, ein kostenfaktor, gegen zehn sitzen ein paar traurige alte männer in der grossen halle vor dem supermarkt auf den rundbänken und starren ins leere.
man kommt auf trübe gedanken, wenn man sich nicht aufrafft, nicht beschliesst sichtbar zu sein, das stadtzentrum und den bahnhof zurück zu erobern. und eines weiss ich, die jüngeren wissen es keineswegs besser, auch diese einbildung wird vergehn und verwehn. (wäre die welt sonst in dem aktuellen zustand und komme jetzt keiner mit der aufzählung dessen, was besser geworden ist, dann frage ich nach dem preis und den kosten, ich rechne es in denkeinheiten nach).
beim besuch jüngst eines lieben bekannten, der keineswegs in die unsichtbare welt versunken ist, stand plötzlich im raum der satz eines stadtbekannten künstlers, ein bitteres fazit, „ich verstehe es nicht“ – das leben, die welt … und der liebe bekannte hatte den guten mann trösten wollen, „ich verstehe auch nichts“.
zugegeben, dieses gespräch folgte auf eine meiner tiraden, zu denen ich angesetzt hatte, eine theorie zum verstehen von allem, im ton ich weiss es besser, ich bin wirklich jünger als der bekannte, und bilde mir noch ein, ich sei etwas auf der spur, vielleicht bin ich es ja. oder es war wieder einer dieser holzwege und wie alle andern schlage ich mich von da an durchs gestrüpp und unterholz, weglos, aber das lasse ich mir nicht nehmen, auch vergnügt, nicht ohne trauer, aber auch insgeheim lustig und farbig, das ja.
wenn man nach dem kontext fragt und den grundlagen, dann ist die unsichtbarkeit der alten kein wunder, entweder man ist produktiv, wirft in der selbstausbeutung genügend profit ab, oder man ist nutzlos, altes eisen dagegen ist noch brauchbar; oder man konsumiert noch genügend, von einer kreuzfahrt in die nächste gruppenreise, das sind dann die nachrentner, die sagen, in zehn jahren kann ich das nicht mehr machen, heute papua neuguinea, morgen die karibik und der südpol steht schon auf dem programm.
ich lästere, diagnostiziere milde panik, dabei reise ich auch, nomadisierend in inneren welten. gruppenreisen sind mir ein absoluter graus, nur einmal habe ich auf einer gruppenreise einen schönen eindruck mitgenommen, die gruppe war klein, es ging zu fuss in die marrokanische wüste, nachts funkelten tausend sterne, keine zivilisationsgeräusche, es war anfangs direkt unheimlich und keiner spielte den grossen zampano und redete irgendeinen unerträglichen scheiss; ich muss sagen, es waren nur fünfzehn leute unterwegs.
und allein, so ganz ohne marie, weiss ich noch nicht, was ich auf reisen machen soll, ohne marie ist mir vieles suspekt und langweilig, das mag sich ändern, aber im augenblick ist es so, und liebgewonnene plätze sind mir verleidet, weil sie marie mitgeprägt hat, ohne sie sind die orte leer, wie ohne seele, ich kann sie jedenfalls nicht erkennen.
also deambuliere ich vorzüglich in der stadt, meinem erweiterten salon und halte ausschau nach sichtbaren alten und grüsse die jungen, auch die besserwisser, die dir gleich einen vortrag halten, wenn sie dich erblicken, mein standvermögen ist noch immer beträchlich, ich höre zu und hebe nicht mal innerlich die augenbrauen, von nasenrümpfen ist gar nicht die rede.
wenn ich nicht in einer anderen stadt herum laufe oder in hotelzimmern lese und schreibe oder auf berghüten, die nun verschneit sind.
die nördlicheren strände vertrage ich gar nicht, marie wurde dort von einer abgrundtiefen melancholie gepackt.
sonst trifft man mich noch im wald an, aber dort liebe ich am meisten die einsamkeit, keine menschenseele ausser bäumen und scheuen tieren und ich darunter.
ich meine, ob ein sapiens sapiens, der angst vor sich selber hat, sprich dem altwerden und den alten, diesen unangenehm gewordenen erinnerungen, überleben wird, ist keineswegs ausgemacht.
wenn man jemand fast vier jahrzehnte begleitet hat, wenn man den weg zusammen zurück gelegt hat, ist es kein pappenstiel, ein anderes leben zu erfinden. aber geschlagen gebe ich mich noch nicht, nicht ganz jedenfalls, es wird ein abend mit goldrandtrauer sein et avec quelques bels éclaircissements, in farbe, vor allem das, in farbe.
heute nacht ist flachbeschuss zu erwarten, stalinorgliges, ich hatte mir schon vorgestellt zurück zu donnern, eine batterie feuerwerksraketen auf dem dach, da bist du im vorteil. dann nahm ich gleich abstand von der idee (im ernst, mein dach wurde schon visiert, morgens habe ich raketenreste im garten zusammengeklaubt, eine alte dame, die ich sehr gut kannte, dachte der krieg sei ausgebrochen und die tiere verkriechen sich, terrorisiert).
jahreswechsel, stellungswechsel, wechsel ins anders gefärbte, ins gleiche oder versuchen wir tatsächlich aus der obsessiven wiederholung des nicht funktionierenden heraus zu kommen – ins freiere. ich sage wir und meine mich. mögen wir alle (schon wieder) von der „high-level idiocy“ verschont bleiben, die low-level erwähne ich lieber nicht. und dann die wünsche oder die guten vorsätze, mit denen der weg in den abgrund gepflastert ist.
ich zum beispiel nehme mir bloss vor nett zu sein, zu lächeln, offen für alles neue, das weiter hilft, ich meine ordentlich gezimmertes nach allen regeln der kunst, offen für menschen aller art und beschaffenheit (ich habe gleich heute morgen damit angefangen und, ein lächeln hier, ein nettes wort da, zuvorkommenheit, das war die ernte), ah ja wachheit, das auf jeden fall und immer anders (wegen der drohenden langeweile), ordentliches denken und auch etwas unordentlich, fraktal und mehr weite, aussichtstürme in gedanken, in gefühlen sowieso und herz, herzhafte gedanken demnach und spiralen nach oben, luftig geerdet.
ich komme vom selbstgesetzten thema ab. eigentlich wollte ich mich „bloss“ bedanken, wegen eurer antworten auf mein geblogge, ich schätze das mehr, als ihr euch vorstellen könnt, nein, im ernst ich habe mich gefreut, es hat echt geholfen.
was heisst, mehrmals bewegte ich mich im ziemlich düsteren, ich sehe nun mehr das licht am sprichwörtlichen ende des tunnels, inzwischen stricke ich an meinem persönlichen mythos, oh nichts kompliziertes, von einem der auszog das fürchten zu lernen oder so, vor allem der schluss, ein echter fisch-bach, ich meine ein eimer wasser, sehr kalt, mit bachkrebsen darin, das ernüchtert, und dieser von einer frau in bewegung gesetzt.
was mich auf mein ewiges thema kommen lässt, marie, von ihrer posthumen hand über mich ausgegossen. so ähnlich.
heute nacht zum beispiel, ein (alp-)traum von ihr mit meinem traummaterial inszeniert (ich sehe ihre hand am werk, sie ist eine echte hexe, so wie ich mir eine hexe vorstelle, eine gute, aber die methoden … olalala) auf meinem schauplatz geträumt, für mich. ich bin mitten in der nacht in die höhe gesprungen und zog mir gleich die decke über den kopf, bin ich erschrocken, ermahnung ist gar kein wort für das farbige drei-d spektakel, das hat gesessen. wenn du siehst, was dein handeln für folgen hat, ausgelegt in die zukunft, der schlag mit dem stock in der vieruhrfrüh meditation. au weia.
und bevor ich es vergesse, trotz zu erwartendem flachbeschuss, angriff mit stalinorgel und auch der krieg ist gar nicht lustig, wünsche ich das Allerbeste und noch was ordentliches dazu, für freunde, geliebte, die verwandtschaft und die bekannten, die tür steht offen und der stuhl für den gast ist an den tisch gerückt, ich persönlich serviere am liebsten espresso aus der bialetti.
und was die welt sonst anbelangt, sage ich einfach nur prost und zum wohl. auf ein neues, ein wirklich gutes, erfülltes, innovatives Neues. (im hintergrund die ersten knaller (oder bilde ich mir das nur ein), eine rabenkrähe krächzt, auto rauschen von unten, nein, jetzt höre ich deutlicher, die rabenkrähe hackt auf dem dach eine von den nüssen auf, die ich für das eichhörnchen hingelegt habe.
und dass es noch bäume gibt und die meisen am futterkasten. dafür bin ich echt dankbar, richtig richtig dankbar.